Tram könnte bis ins Baunataler VW-Werk rollen

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Mit der Straßenbahn zur Arbeit: Es gibt immer wieder Überlegungen, die Tram bis ins VW-Werk rollen zu lassen. Diese Idee verdeutlicht unsere Fotomontage, die eine Straßenbahn vor der Nordfassade in Höhe des Haupttors zeigt.

Baunatal. Über 15.000 Menschen arbeiten derzeit im VW-Werk in Baunatal. Doch der Anteil der Beschäftigten, die mit der Straßenbahn zur Arbeit kommen, ist realtiv gering. Lediglich 100 Fahrgäste, die regelmäßig die Tram aus Richtung Kassel nutzen, hat Pressesprecher Rudi Stassek registriert.

Insgesamt greifen nur fünf Prozent aller Mitarbeiter auf öffentliche Verkehrsmittel zurück. Der Rest kommt mit dem Auto. Woran liegt es, dass nur wenige das Angebot nutzen?

Vermutlich befinden sich die Gleise und die Haltestellen zu weit entfernt von den Werkshallen. Lange Wege kosten Zeit. Und der Zeitfaktor, sagt der Sprecher, sei maßgebend für die Mitarbeiter und die Entscheidung gegen Bus und Bahn und für das Auto. Etwa 400 Meter Fußweg, so rechnet Stassek vor, seien allein von der jetzigen Tram-Haltestelle VW-Werk der Linie 5 an der Ulmenstraße in Baunatal bis zum Werkstor zurückzulegen. Der Weg - für viele offensichtlich zu lang.

Überlegungen für ein besseres Tram-Angebot liegen bei VW seit langem. Es gebe Varianten, die Straßenbahn ins Werk rollen zu lassen, bestätigt Stassek. Eine Möglichkeit sei, die Gleise der Bahn zu nutzen. „30 Kilometer davon liegen bei uns im Werk“, erläutert der Sprecher. „Darauf kann man durchfahren bis zum OTC.“

Frühere Gedanken seien daran gescheitert, dass es keine Oberleitung auf VW-Gelände gab, ergänzt Betriebsrat Albert Bertram, der sich seit Jahren dafür einsetzt, mehr Mitarbeiter für den ÖPNV zu begeistern. Auch die KVG-Verantwortlichen versuchen dies. Seit einigen Jahren gibt es beispielsweise das Job-Ticket mit vergünstigten Fahrpreisen für VW-Beschäftigte. Und KVG-Projektleiter Harald Gerk nennt die mögliche Variante, die Bahnstrecke bis vor die Werkshallen zu verlängern.

Nicht ganz so komfortabel wie dieses Zukunftsmodell, aber wenigstens etwas dichter dran am Arbeitsplatz ist für viele Mitarbeiter die Haltestelle an der alten Wendeschleife für Straßenbahnen, die in Höhe des Kundencenters an der Nordfassade endet. Diese wird von der KVG seit dem Ausbau der Bahnstrecke Richtung Baunatal nur noch mit wenigen Bahnen am Tag bedient. Die meisten Trams der Linie 5 rollen vorbei über die 1994 eröffnete Trasse Richtung Großenritte.

Albert Bertram regt nun an, die Wendeschleife wieder stärker zu nutzen. Expressbahnen könnten VW-Beschäftigte zu den Schichtwechseln ohne viele Haltepunkte aus Wohngebieten - etwa aus Oberzwehren und Helleböhn - zu Volkswagen bringen, sagt er. „Wir würden es begrüßen, wenn das Angebot größer wäre.“

Von Sven Kühling

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