Dortmunder Planer schlagen Ausbau des Netzes nach Ihringshausen vor – Gemeinde: Erhebliche Mehrkosten

Tramlinie bis zum Bahnhof

Öffentlicher Nahverkehr: Busse des Nordhessischen Verkehrsverbundes bedienen alle sechs Ortsteile. Die Regionalbahn hält am Bahnhof Ihringshausen. Bis dorthin könnte das Kasseler Tram-Netz verlängert werden. Fotos: Schräer

Fuldatal/Kassel. Wie werden sich die Menschen in der Region in Zukunft fortbewegen? Und wie tragen Städte und Gemeinden dem Rechnung? Der Verkehrsentwicklungsplan 2030 der Stadt Kassel, der jetzt vorgestellt wurde, gibt mögliche Antworten. Zu den Vorschlägen des beauftragten Dortmunder Büros Planersocietät gehört auch eine Verlängerung der Straßenbahn bis zum Bahnhof Ihringshausen.

Denn „Straßenbahnen sollten idealerweise nicht in Wohngebieten, sondern an einem Verknüpfungspunkt enden“, sagt Rolf Alexander, Raumplaner des Dortmunder Büros. Diesen gebe es am Bahnhof Ihringshausen mit Regionalbahnen und Bussen.

Mit einer Verlängerung der Tram von der jetzigen Endhaltestelle Ihringshäuser Straße in Kassel könne der Fuldataler Ortsteil „wie eine Art Trichter Pendler aus dem Norden auffangen“. Die hätten von der Bahnstrecke statt zu Haupt- oder Wilhelmshöher Bahnhof mit der Tram direkten Anschluss an die Ziele der Stadt Kassel wie zum Beispiel das Klinikum.

Daher sei ein direkter Übergang zur Straßenbahn wichtig, egal ob nördlich oder südlich der Brücke über die Schienen. Auch Park+Ride-Plätze sollte es am neuen Knotenpunkt geben. Denn die Parkflächen an der jetzigen Endhaltestelle seien in der Zeit von 9 bis 15 Uhr an der Belastungsgrenze.

Auch Stellplätze für Radfahrer sollten berücksichtigt werden. Mit den Parkflächen in Ihringshausen könne „Verkehr abgefangen und Kassel damit entlastet werden“, meint Rolf Alexander.

Auf die Tramanbindung Ihringshausen sind die Planer auch wegen der Kürze der zu bauenden Strecke gekommen. Mögliche Kosten seien noch nicht berechnet worden. Ein relativ kurzer Abschnitt habe aber „eher eine Chance auf Realisierung“.

Nach einem Beschluss des Parlamentes arbeite auch die Gemeinde Fuldatal an einem Verkehrsentwicklungsplan, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Dieser baue auf die Pläne für die Region durch den Zweckverband Raum Kassel auf, der wiederum mit dem jetzt vorgestellten der Stadt Kassel abgestimmt werde. Zu Ergebnissen könne er noch nichts sagen.

Und zur Tram bis zum Bahnhof Ihringshausen? Interessant und eine Option für die Zukunft, meint Schreiber. Ob dies aber Sinn mache, könne nur eine Klärung von Trassenverlauf und Finanzierung zeigen. Denn eine Straßenbahn bedeute weniger Buslinien bei „erheblichen Mehrkosten für die Gemeinde“. Derzeit bezuschusst Fuldatal den öffentlichen Nahverkehr mit 280 000 Euro im Jahr.

Von Michael Schräer

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