Neue Höchstspannungsleitung – Teilerfolg für Lohfelden: Verlegung bestehender Leitungen in Aussicht

Trassen-Bündelung wird geprüft

Hochspannung über Wohnhäusern: In Lohfelden, hier der Quellenweg, führen Hochspannungsleitungen direkt über die Gebäude. Über eine Ausverlagerung der Leitungen soll verhandelt werden. Archivfoto: Schindler

Kreis Kassel. Die Vorentscheidung für die West-Trasse beim Bau der 380 kV-Stromleitung Wahle-Mecklar ist für die betroffenen Kommunen keine Überraschung. Man habe diese Planungsvariante erwartet, hieß es aus den Rathäusern.

Nach der jetzt vorgeschlagenen Planung wird die neue Höchstspannungsleitung im Altkreis Kassel durch die Gemeinden Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Söhrewald und Fuldabrück führen. Dabei werden Mindestabstände von 400 Meter zur Wohnbebauung eingehalten, ein Großteil der Trasse wird aber sehr viel weiter von den Ortslagen entfernt verlaufen.

Die neue Leitung wird Heiligenrode streifen, führt zwischen Niederkaufungen und Papierfabrik entlang, umschifft Vollmarshausen und führt dann durch das Waldgebiet der Söhre an Dörnhagen vorbei bei Guxhagen in den Schwalm-Eder-Kreis.

Die fünf im Altkreis Kassel betroffenen Gemeinden hatten im Vorfeld neue Masten abgelehnt und eine Erdverkabelung gefordert. Dieser Forderung wurde nicht entsprochen.

Lohfelden darf sich jedoch über einen Teilerfolg freuen. Die Verlegung der bestehenden 380 kV-Leitung aus der Ortslage sei zu prüfen, hieß es gestern bei der Pressekonferenz im Regierungspräsidium. Die Gemeinde hatte eine Auslagerung der beiden bestehenden 380 000- Volt- und 110 000- Volt-Leitungen, die Lohfelden und Vollmarshausen trennen, und eine Bündelung mit der neuen Trasse verlangt.

„Das ist sehr gut, das freut mich“, sagte Lohfeldens Bürgermeister Michael Reuter (SPD) gestern in einer ersten Reaktion. Hilfreich sei sicher die Petition der Bürgerinitiative im Quellenweg gewesen. Sie hatte – unterstützt von 300 Einwohnern – gefordert, die Hochspannungsleitungen aus dem Ort zu verlegen. Auch der Petitionsausschuss des Hessischen Landtags hatte einstimmig die Bündelung empfohlen.

Kommunale Aufgabe

Er werde jetzt das Gespräch mit dem RP, dem Netzbetreiber Tennet und dem hessischen Wirtschaftsministerium suchen, um die beste Lösung für Lohfelden zu erreichen, sagte Reuter. Weitere Gespräche sind auch nötig. Denn die Bündelung werde nicht im jetzt abgeschlossenen Raumordnungsverfahren geregelt, sagte RP-Projektleiter Klaus Schiffner gestern bei der Pressekonferenz, sie sei eine kommunale Aufgabe. Die betroffenen Lohfeldener hätten damals in Kenntnis der Trasse unter den Leitungen gebaut, dafür hätten sie die Grundstücke günstig bekommen. Es sei ungerecht, nun die Allgemeinheit für die Verlegung zahlen zu lassen, so Schiffner. ARTIKEL LINKS

IM WORTLAUT

Von Holger Schindler

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