71 Polizeikommissar-Anwärter erhielten ihr Diplom

+
Start in den Traumberuf: Jennifer V. freut sich über die Karriere bei der Polizei. Gemeinsam mit Christof Piechutta (rechts), Leiter der Kasseler Polizeihochschule, moderierte sie die Abschlussfeier in der Baunataler Stadthalle.

Baunatal / Kassel. „Polizistin war schon immer mein Traumberuf“, sagt Jennifer V., deren vollen Namen die Polizei aus Sicherheitsgründen nicht in der Zeitung sehen will. Die junge Osthessin ist eine von 71 Absolventen der Polizeihochschule am Standort Kassel.

Am Freitag erhielt auch sie im Rahmen einer Feier in der Baunataler Stadthalle ihr Diplom als Verwaltungswirt.

Die 22-Jährige darf nun ihren Balken auf der Uniformjacke, der sie als Kommissar-Anwärterin ausweist, gegen den ersten Stern austauschen. Weitere kommen hinzu, wenn die junge Frau die Karriereleiter hochklettert.

Doch vorher gilt es, viele Hürden zu meistern. Das fing schon mit dem Aufnahmetest für den gehobenen Dienst bei der Polizei und das Studium an. 27 Bewerber seien in ihrer Gruppe gewesen, von denen hätten es am Ende nur drei auf die Polizeihochschule geschafft, berichtet die sportliche, schlanke Frau. Sie hat sich vor drei Jahren direkt nach dem Abitur für die Polizei entschieden. „Jeder Tag ist anders, jeden Tag warten neue Herausforderungen“, sagt die Osthessin. Sie freut sich schon darauf, nun in Südhessen, vermutlich in Frankfurt, eingesetzt zu werden. „Ich will dahin, wo es richtig brennt“, so lautet ihr Wunsch.

Nordhessen sei demgegenüber ein relativ ruhiges Pflaster für Polizisten und Kassel „ein Dorf mit Straßenbahn“, sagt Jennifer V. feixend. Die frischgebackene Kommissarin hatte Gelegenheit, sich in Kassel umzusehen. Wie viele andere Studenten war sie im Gebäude der Kasseler Bereitschaftspolizei untergebracht.

Eine Beamtenlaufbahn bei der Polizei ist bei jungen Leuten sehr begehrt. Bis zu 450 Kandidaten würden in den Studiengang an der Hochschule pro Jahr aufgenommen, sagt Polizeidirektordirektor Udo Blaumann, Dozent am Standort Kassel. Demgegenüber stehe das Vierfache an Bewerbern. In manchen Jahren seien es noch mehr.

Dabei gehören weibliche Bewerber wie Jennifer V. allerdings zur Minderheit. Nur 13 der frischgebackenen Kommissare in Baunatal waren Frauen. Er wünsche sich einen höheren Frauenanteil, sagte Bernd Paul, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Nordhessen. Der Polizeiberuf halte abseits von Beamtenstatus und sicherem Arbeitsplatz eine Reihe von Herausforderungen bereit. „Ohne soziale Kompetenz ist es unmöglich, ein guter Polizist zu sein“, sagte er.

Jungen Polizisten müsse bewusst sein, dass sie Freund und Helfer der Bürger seien. Das Vertrauen der Bürger sei ein großes Kapital, das nicht untergraben werden dürfe. In Einzelfällen sei das leider schon passiert.

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.