Informationstag an der Herderschule: Viele Oberstufenschüler fehlt es an klaren Vorstellungen von Jobs

Traumberufe mit reichlich Hürden

Sie informieren sich beim Informationstag über Gesundheitsberufe: Die Schülerinnen Aileen Bischoff (von links) und Elena Brandschau wollen nach dem Abitur erst mal ins Ausland gehen. Sie schwärmen von Australien oder den USA. Fotos: Dilling

Kreis Kassel. Fregattenkapitän Hans-Michael Schulte ist an der Herderschule beim Berufsinformationstag immer ein gefragter Mann. Die Vorträge des gebürtigen Nordhessen, der heute für den Deutschen Reederei-Verband arbeitet, waren auch diesmal ausgebucht.

Viele Schüler interessierten sich für eine Karriere zur See, ob als Kapitän oder Techniker, sagt Schulte. Später seien zahlreiche von ihnen aber auch ernüchtert wegen der Hürden, den so ein Traumberuf bereithält. Monatelanger Aufenthalt auf den Weltmeeren ist nicht jedermanns Sache.

440 Schüler des Oberstufengymnasiums des Kreises, das zur knappen Hälfte auch von Kasseler Schülern besucht wird, informierten sich jetzt in 42 Infoveranstaltungen bei den Profis aus Firmen und Verwaltung über Berufswege und Studiengänge. Die HNA war mit dem Thema Journalismus dabei. Auch das gelte häufig unter Schülern als Traumberuf, sagt Lehrer Heinz Müller, der den Infotag vor 20 Jahren initiiert hat und ihn genauso lange organisiert.

Abstand gewinnen

Allerdings falle auf, dass Schüler heutzutage oft keine klare Vorstellung von ihrer beruflichen Karriere haben, sagt Schulte. Dr. Johannes Werner, stellvertretender Schulleiter, bestätigt das: „Viele denken nur ans Abitur und ans Lernen“, sagt er.

Deshalb sei auch das Freiwillige Soziale Jahr gefragt. „Schüler können da Abstand gewinnen“, meint Werner. Zu denen, die noch unentschieden sind, gehören Elena Brandschau und Aileen Bischoff. Die beiden 17-Jährigen wollen vielleicht nach dem Abi erst einmal ins Ausland, zum Studieren oder als Au-pair-Kraft.

Kein Bürojob

In Australien seien sie während eines Schüleraustauschs gewesen, erzählen sie. Sie wünsche sich einen Beruf, der abwechslungsreich ist, Spaß macht und mit Menschen zu tun hat. „Ein Bürojob ist nichts für mich“, sagt sie. Beide Schülerinnen haben Praktika in Kindergärten, im Hotel oder im Krankenhaus absolviert. Solche Erfahrungen seien wichtig, sagen die beiden.

Sicherheit ist wichtig

Für ihre Mitschüler Jannik Heine und Kai Siegel sind vor allem ein gutes Gehalt und Karrieresicherheit wichtig. „Ich interessiere mich für ein Duales Studium. Da werden 90 Prozent der Auszubildenden im Betrieb übernommen“, sagt Heine (18), der einmal im Sportmarketing arbeiten will. Siegel (19) will an der Uni Maschinenbau studieren und in die Autobranche gehen. „Die ist relativ sicher“, sagt er. (pdi)

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