Vellmar: Landwirt sorgt sich um enge Straße neben Straßenbahn

Vellmar. Wenn der Vellmarer Landwirt Bernd Kunze mit seinem Fendt 924 Vario unterwegs ist, wird es eng. Besonders wenn er später nach Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnstrecke in Vellmar das Teilstück zwischen der Landesstraße von der Rathauskreuzung bis zur Wendeschleife Richtung Hohenkirchen befährt.

Stolze 2,80 Meter in der Breite misst sein Schlepper, und kommt noch eine angesetzte Sämaschine dazu, können es auch mal drei Meter werden.

Und das macht Bernd Kunze Sorgen. Er befürchtet, dass auf der sechs Meter breiten Straße im Begegnungsverkehr zum Beispiel mit einem Lkw kein Vorbeikommen mehr ist: „Da sind kritische Situationen programmiert.“

Dabei denkt der Vellmarer Ortslandwirt, der auch im Vorstand des Kreisbauernverbandes Kassel sitzt, nicht nur an sich und seine Kollegen. Er denkt dabei im Winter an die Räumfahrzeuge, an den Schwerlastverkehr, die Müllabfuhr und ähnlich breite Fahrzeuge, die dort eine Begegnung der eher unangenehmen Art haben könnten.

Beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), beim Vellmarer Bürgermeister Dirk Stochla und bei der KVG ist Kunze vorstellig geworden, um zumindest zu erreichen, dass die Bordsteinkanten abgeflacht würden. „Aber da hat sich keiner auf einen Kompromiss eingelassen.“

Diese Bedenken teilt Reiner Brandau, Projektleiter bei der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV), die das Straßenbahnprojekt für die KVG abwickelt, nicht: „In diesem Bereich dürfte es keine ernsthaften Behinderungen geben“, ist er überzeugt. Alle Vorschriften seien nach intensiven Diskussionen um die beste Lösung eingehalten worden, bevor 2008 das Baurecht geschaffen worden sei. Und davon könne man schon aus rechtlichen Gründen jetzt nicht mehr abweichen.

Laut Brandau seien sechs Meter Fahrbahnbreite Standard. Und vorgeschrieben sei auch der Sicherheitsabstand vom Gleiskörper zur Straße von zwei Metern. Deswegen dürften auch die Bordsteinkanten als Trennmarkierung nicht abgesenkt werden. Im Übrigen seien die am Ende gerade mal zehn Zentimeter hoch und damit noch nicht einmal für Pkw eine Gefahr.

Hätte man die Straße breiter bauen wollen, hätte es nur eine - jedoch unrealistische - Alternative gegeben: Den Lärmschutzwall von der Straße zu den Wohnhäusern abzutragen. „Der Aufwand hätte aber in keinem Verhältnis zum Ergebnis gestanden.“

Von Stefan Wewetzer

Rubriklistenbild: © Foto: Wewetzer

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