Ehemalige Niedervellmarer Schüler feierten ihre diamantene Konfirmation

Treffen nach 60 Jahren

Gemeinsam gefeiert. 31 ehemalige Niedervellmarer Konfirmandinnen und Konfirmanden trafen sich am letzten Wochenende in der Niedervellmarer Adventskirche um gemeinsam mit Pfarrer Thomas Vogt ihre diamantene Konfirmation zu feiern. Fotos: Brandau

Vellmar. Sechzig Jahre ist es her, dass Annemarie Schneider und Dieter Wagner konfirmiert wurden. Gemeinsam mit 67 weiteren Konfirmanden aus Niedervellmar und Frommershausen wurden sie am 12. April 1953 in der Frommershäuser Kirche durch Pfarrer Paul Eichhorn in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. Jetzt, nach 60 Jahren, trafen sich die Ehemaligen, um gemeinsam ihre diamantene Konfirmation zu feiern.

„Wir hatten großen Respekt vor Pfarrer Eichhorn, der in dieser Zeit noch beide Kirchengemeinden betreute. Obwohl er ziemlich streng war, unternahm er doch mit uns gelegentlich winterliche Schlittenfahrten“, erinnert sich Annemarie Schneider.

Der Konfirmandenunterricht fand für Jungen und Mädchen getrennt in der alten Schule in der Obervellmarer Straße statt. Zum sonntäglichen Gottesdienst mussten sich die 60 Niedervellmarer Schülerinnen und Schüler damals noch auf den Weg nach Frommershausen begeben, denn eine Kirche gab es in Niedervellmar erst ab 1959.

„Anwesenheit war Pflicht“, bestätigt Dieter Wagner. Ein Mitglied des Kirchenvorstandes habe das streng kontrolliert. Und weil die Orgel der Frommershäuser Kirche mittels Blasebalg betrieben wurde, gehörte es zu den Aufgaben der Konfirmanden, dafür zu sorgen, dass immer genügend Luft für die Orgel vorhanden war.

„Wenn wir unserem Lehrer Kippe, der auch Organist war, einen Streich spielen wollten, haben wir auch mal aufgehört den Blasebalg zu bedienen. Die Folge war, dass die Orgel nur noch jaulte und wir böse Blicke ernteten. Doch das sei die Ausnahme gewesen“, berichtet Wagner, der heute selbst Mitglied des Kirchenvorstandes ist.

Natürlich mussten der Katechismus, die zehn Gebote und das Glaubensbekenntnis auswendig gelernt werden. Doch vieles sei schon bekannt gewesen, weil es bereits die Sonntagsschule der Gemeindeschwester Selma gab, die einige besuchten.

„Eine aufregende Sache war das damals“, erinnert sich Dieter Wagner. Der geliehene Anzug sei zu groß gewesen, der Vater in Stalingrad vermisst und die wirtschaftlichen Verhältnisse alles andere als rosig. Entsprechend fielen die Geschenke aus.

„Ich bekam über vierzig Taschentücher und Garnituren Unterwäsche, von denen die meisten Teile zu groß waren“, sagt Annemarie Schneider. Zur Feier des Tages sei ein Zimmer der Wohnung geräumt worden, in dem dann im kleinen Familiekreis gefeiert worden sei.

Das war bei der diamantenen Konfirmation anders. Nach dem Gottesdienst, der von Pfarrer Thomas Vogt gestaltet wurde, trafen sich die ehemaligen Konfirmanden im Gasthaus Vellmarer Hof, wo viele gemeinsame Erinnerungen an die Konfirmandenzeit ausgetauscht wurden.

Von Werner Brandau

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