Weniger Hundehaufen in Espenau durch Fähnchen-Markierung

Fähnchen: Anfang Juli startete Espenau - hier Bürgermeister Michael Wielert - seine Fähnchenaktion. Archivfoto: Wewetzer

Espenau. Zu einer ungewöhnlichen Aktion hatte sich die Gemeinde Espenau Anfang Juli entschlossen, um auf den zunehmenden Hundekot auf öffentlichen Flächen aufmerksam zu machen: Mit 300 roten Fähnchen markierte sie die Haufen, um die Leute zu sensibilisieren.

Offenbar mit Erfolg: Die Tretminen auf öffentlichen Grünflächen und Spielplätzen seien viel weniger geworden, registrierte Espenaus Bürgermeister Michael Wielert nach der Auswertung.

„Allerdings ist es nicht unsere Absicht, die Hundehalter zu verärgern“, versicherte der Verwaltungschef und bedauerte, dass sich verantwortungsvolle Hundebesitzer, die den Kot ihrer Vierbeiner sofort entsorgten, angegriffen fühlten.

Von 300 Fähnchen wurden etwa 280 verteilt. „Es besteht aber kein zusätzlicher Kostenaufwand für diese Aktion. Unsere Mitarbeiter vom Bauhof sind sowieso unterwegs. Da stecken sie eben dabei auch die Fähnchen“, erläuterte Wielert das Vorgehen.

Eine ungewöhnliche Aktion, die auch überregional viel Aufsehen erregte und das kleine Espenau in den Fokus großer Sender rückte. Gewundert hat sich der Bürgermeister über den gewaltigen Medienrummel, den die Fähnchenaktion ausgelöst hat, schon: „Über uns wurde in ARD, ZDF, RTL und im HR berichtet. Und es kommen weitere Anfragen dazu.“

Dabei ist Espenau mit seiner Fähnchenaktion in guter Gesellschaft. Auch in Berlin am Prenzlauer Berg wurden Fähnchen gesichtet. Die hatten sogar noch eine Aufschrift: „Haufen sucht Herrchen“, war da zu lesen.

Trotz aller Reaktionen: Das Problem lösen könne die Verwaltung allerdings nicht, weiß Wielert. Nur darauf aufmerksam machen könne sie. Dabei war die Aktion in Espenau keine Premiere. Schon vor sieben Jahren hatten die Mitarbeiter des Espenauer Bauhofs die heute so bekannten Fähnchen verteilt. „Auch damals waren die Menschen eine Zeit lang vorsichtiger und sensibler. Mal sehen, wie lange es dieses Mal gut geht“, sagt Wielert.

In den nächsten Jahren wird es jedoch voraussichtlich keine weitere Aktion geben.

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