Gemeinde Ahnatal baut für 170 000 Euro Pumpstation für oberen Kammerberg

Trinkwasser mit mehr Druck

Auf Position: Ein Autokran hob die Kompaktanlage an die vorbereitete Stelle.

Ahnatal. Endlich zu jeder Tageszeit, unabhängig von Jahreszeiten duschen können. Dies war für einige Bewohner des Ahnataler Kammerbergs nicht selbstverständlich. Denn in höheren Lagen des Wohngebietes war der Druck in der Trinkwasserleitung teilweise so gering, dass zum Beispiel ein Durchlauferhitzer gar nicht ansprang. Grund: Der vorhandene Hochbehälter liegt nur unwesentlich über eben jenem Teil der Bebauung, das natürliche Gefälle reicht nicht aus.

Damit ist es bald vorbei. An der Zwickauer Straße hat die Gemeinde jetzt eine sogenannte Kompaktstation errichtet, in der Pumpen für einen ausreichenden Wasserdruck auch in den höheren Lagen des Kammerbergs sorgen sollen. Insgesamt 170 000 Euro kostet die Maßnahme.

Zu dieser gehören laut Architekt Michael Lüpke auch 120 Meter neu verlegter Wasserleitung, mit der die Station an das vorhandene Netz angeschlossen und dieses künftig in zwei Zonen geteilt wird. Zwölf Wochen habe die bauliche Vorbereitung gedauert einschließlich der Fundamente für die Station, sagt Lüpke.

Dann ging alles ganz schnell. In wenigen Minuten hob ein Autokran das wärme- und schallgedämmte Kompaktbauwerk von einem Tieflader an seine Position. Bei klassischer Bauweise hätte alles gemauert werden müssen.

Zwei kleinere Pumpen mit jeweils einer mittleren Leistung von 10 000 Litern pro Stunde arbeiten im Wechsel. Gemeinsam können sie bis zu 26 000 Liter pro Stunde durch die Leitung pumpen. Im Durchschnitt werden in dem zu versorgenden Gebiet 40 000 Liter am Tag abgenommen, sagt Dieter Braun von der Gemeinde. „Im Sommer sind es mehr.“

Eine dritte, größere Pumpe wird nur aktiviert, sollte die Feuerwehr bei einem Brand Löschwasser benötigen. Dieses muss komplett aus dem Netz geliefert werden, weil keine Löschteiche vorhanden sind. „Wenn dann nicht ausreichend Druck in der Leitung ist, kann das verheerende Folgen haben“, betont Braun, der auch Gemeindebrandinspektor ist. Künftig wird man sich darüber am Kammerberg keine Sorgen mehr machen müssen.

Noch fehlt in der Station ein Ausdehnungsgefäß, und die Anlage muss an das Netz zur Datenüberwachung der Pumpen angeschlossen werden. Diese arbeiten laut Lüpke so energiesparend und effizient, dass sie eine EU-Richtlinie übererfüllen, die erst ab 2017 gelten soll. (mic)

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