Ehemaliger Bundestagsabgeordneter Gerhard Rübenkönig kandidiert in der Gemeinde Ahnatal

Er tritt noch einmal zur Wahl an

Erinnerungen: Bilder aus seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter hat Gerhard Rübenkönig an einer selbst gefertigten Pinnwand zusammengestellt. Sie zeigen den Ahnataler an vielen Stationen rund um die Welt. Foto: Schräer

Ahnatal. Zwölf Jahre lang bewegte sich Gerhard Rübenkönig als Bundestagsabgeordneter auf der großen politischen Bühne. Nach längerer Pause will es der 68-Jährige noch einmal wissen. Er kandidiert auf der SPD-Liste für die Ahnataler Gemeindevertretung.

„Ich fühle mich noch nicht zu alt“, meint er. Seine Frau habe ihn allerdings gefragt, „ob ich mir das noch antun will? Aber okay“, sagt der Ehrenvorsitzende der Heckershäuser Sozialdemokraten. Er wurde gefragt, fühlt sich seinen Genossen und seiner Partei verpflichtet. Denn die hatten in jüngster Vergangenheit mit zwei großen Problemen zu kämpfen: „der verlorenen Bürgermeisterwahl und der Geschichte Pfeffermann“.

Er sei immer der Ansicht gewesen, dass die Affäre um den ehemaligen Bundestagskandidaten aus seinem Ortsteil „dessen persönliche Sache“ war, die auch nur Pfeffermann zu vertreten habe. Sei’s drum, beide Angelegenheiten hätten zu einem Riss durch die Ahnataler SPD geführt und viele Mitglieder gekostet.

Jetzt will Gerhard Rübenkönig der neuen Führungsmannschaft helfen. „Nicht in vorderster Front“, wie er betont. Für sich wolle er keinen Wahlkampf betreiben. Ganz Parteisoldat? Eher ein Mann, der durch Erfahrungen das politische Geschäft mit einem gewissen Abstand betrachtet.

Früher habe er alles zu ernst genommen, das sei jetzt anders. Als Hans Eichel 2005 seinen Wahlkreis übernahm, brauchte der Ahnataler Abstand. Er widmete sich seiner Familie, seinem Haus, las gute Bücher und unternahm lange Bildungsreisen. „Mir ist nie langweilig geworden.“

Seine politischen Lehrjahre begannen mit dem Einzug in den Bundestag 1994. Nach der ersten Woche in Bonn habe er gedacht: „Das wird eine harte Zeit.“ Rübenkönig, Ingenieur über den zweiten Bildungsweg, kam aus der privaten Wirtschaft. Wie 16 andere in der SPD-Fraktion von 250 Abgeordneten wurde er angesehen, als käme er „von einem anderen Stern“.

In einer großen „Debattenzeit“ sah sich der ehemalige Betriebsleiter bei Mercedes im Werk Kassel und Chef von 250 bis 300 Leuten eher als Pragmatiker. Da fühlte er sich im Haushaltsausschuss („der bestimmt, wo die Gelder hingehen“) richtig aufgehoben.

Rübenkönig kümmerte sich in dem Ausschuss um den Bereich Gesundheit, als Aids ein großes Thema war. Und um Post und Telekommunikation, als dort die Privatisierung anstand. In der zweiten Legislatur war er neben Post und Telekommunikation endlich auch für Verkehr zuständig. „Ich hatte mein Ziel erreicht“, sagt der Ahnataler, der sich besonders für den Transrapid einsetzte.

Seine letzten vier Jahre im Bundestag war Gerhard Rübenkönig Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Gesunde Finanzen, die habe es unter der SPD in Ahnatal gegeben. Nach der Kommunalwahl müsse man wieder die Führung im Ort übernehmen. Mit absoluter SPD-Mehrheit? Gerhard Rübenkönig: „Wünschenswert, aber wohl nicht drin.“

HINTERGRUND

Von Michael Schräer

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