Stefan Schwarz trat im evangelischen Gemeindehaus auf

Beschert heiteren Lese- und Hörgenuss: Autor Stefan Schwarz las auf Einladung der Gemeindebücherei Espenau vor vollem Haus aus seinem neuesten Roman. Foto: Binienda-Beer

Espenau. Wo trockener Humor in höchster Vollendung bei vor Lachen Geschüttelten zu tränenfeuchten Augen führt, kann Autor Stefan Schwarz dahinterstecken. So wie jetzt im evangelischen Gemeindehaus Mönchehof.

Die Espenauer Gemeindebücherei hatte zu einer Lesung mit dem Leipziger Journalisten und Comedy-Schriftsteller eingeladen, einem Großmeister für Humor und Sprachwitz, bei dem sich zudem eine ausgefallene Beobachtungsgabe im familiären Alltagsleben mit erzählerischer Dichte paart.

Entspanntes Gelächter macht sich breit im vollen Saal schon beim Prolog, einer charmanten, selbstironischen Vorstellung der eigenen Person. Schwarz, Jahrgang 1965, nennt sich selbst mehrfach erprobter Ehemann und leidenschaftlicher Vater. Einen Namen als Journalist machte er sich mit vielbeachteten köstlichen Familienkolumnen in der Berliner Traditionszeitschrift „Das Magazin“, bevor erste Sammelbüchlein, schließlich der Debütroman „Hüftkreisen mit Nancy“ und nun das Folgebuch „Es wird ein bisschen wehtun“ herauskamen.

Inmitten eines lebhaften bis schließlich chaotischen, aber auch tragikomischen Familienlebens ist der Protagonist in diesem neuen Roman angesiedelt. Mittvierziger-Figur Max gehört der „Sandwich-Generation“ an. Das ist, erfährt Schwarz’ Publikum, ein Typ in der Mitte seines Lebens. 45 Jahre verlief darin alles einigermaßen vorhersehbar.

Nun aber trifft es diesen schnell Lesersympathien erntenden Kerl in seinem zunehmend turbulenten Alltag als Familienvater, Fernsehjournalist vor neuen Aufgaben und verantwortungsbewusster Sohn eines pflegebedürftigen Vaters von allen Seiten.

Der durchweg erfrischende Sprachstil kommt auch beim Espenauer Publikum so gut an, dass sich die Zuhörer streckenweise biegen vor Lachen. Die Durchschnittlichkeit der Figuren lässt schnell erkennen: alles fast wie im richtigen Leben. Überbordender Humor wechselt bei Schwarz mit dezenter Nachdenklichkeit in tragikomischen Momenten dieses Männerlebens, angefüllt mit einem pubertierenden Sohn und seiner allzu prolligen Freundin, einer selbstbewussten Ehefrau, strapaziösen Kollegen und den in die Jahre gekommenen eigenen Eltern.

Der Autor, ein begnadeter Vorleser, versteht es, die agierenden Personen in ihren süffisanten Dialogen so ausdrucksstark zum Leben zu erwecken, dass ihm das Publikum an den Lippen hängt. Nach zwei kurzweiligen Stunden danken die Zuhörer für den heiteren Abend mit tosendem Applaus.

Der Roman: „Das wird ein bisschen wehtun“ von Stefan Schwarz , Rowohlt, 256 Seiten, 14,97 Euro. Auch als Hörbuch erhältlich.

Von Dorina Binienda-Beer

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