Trotz Freispruchs keine Weiterbeschäftigung

Trotz Freispruch vom Missbrauchsvorwurf: Hausmeister kehrt nicht zurück

Kreis Kassel. Der vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs seiner damals neunjährigen Stieftochter freigesprochene Hilfshausmeister wird trotz seiner juristischen Rehabilitierung nicht wieder für den Landkreis Kassel arbeiten.

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Das erklärte Verwaltungssprecher Harald Kühlborn am Montag auf HNA-Anfrage. Die Qualifizierungsmaßnahme bei der Arbeitsförderungsgesellschaft Agil, über die der Mann zum Landkreis kam, wäre nach Angaben Kühlborns zwei Monate nach seiner Entfernung aus dem Dienst ohnehin ausgelaufen. Auf die restliche Arbeitsleistung des Mannes verzichte man.

Der 48-Jährige hatte seit Juni 2010 an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Oberzwehren gearbeitet, obwohl er in erster Instanz verurteilt worden war. Beim Landkreis hatte man erst im April 2011 durch die Recherchen der HNA von den Vorwürfen gegen den Hilfshausmeister erfahren. In seinem Führungszeugnis, so Kühlborn damals, habe es keinen Eintrag gegeben. Kritik gab es auch am Amtsgericht Fritzlar und der Staatsanwaltschaft, die angeblich nicht wussten, dass der damals Beschuldigte an einer Schule arbeitete.

Vergangenen Woche war der Baunataler vom Kasseler Landgericht freigesprochen worden - und zwar nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“. Die Aussagen der inzwischen 22-jährigen Stieftochter seien widersprüchlich gewesen. (ket)

Rubriklistenbild: © dpa

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