Baubeginn noch vor Reformation

Kreuzkirche in Großenritte feiert Jubiläum: Trutzburg seit 500 Jahren

Wahrzeichen von Großenritte: Vor einem halben Jahrtausend entstand die Kreuzkirche. Auffällig ist der Fachwerkgiebel an der Ostseite. Der Turm ragt 34 Meter hoch in den Himmel. Foto: Jünemann

Baunatal. 500 Jahre alt ist die Großenritter Kreuzkirche. Das soll ab Donnerstag in vielerlei Form, auch mit Kino und Kabarett, zehn Tage gefeiert werden. Die evangelische Kirche auf einem Tuffsteinfelsen, die als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Stadt Baunatal gilt, stellt bis heute das weithin sichtbare Wahrzeichen des Orts dar.

Pfarrerin Katja Simon, die mit Kollegin Ulrike Joachimi die 4200 Mitglieder zählende Gemeinde betreut, hat die Geschichte des Gotteshauses kurz zusammengefasst. Da die Kreuzkirche bereits 1512 geweiht wurde, hat der Umbau einer kleinen Vorgängerkapelle kurz vor der Reformation (ab 1517) begonnen. Vermutlich wurden im Mauerwerk Steine dieser früheren Kirche verarbeitet. Einige Jahre später, ab 1558, wurde der 34 Meter hohe Wehrturm gebaut.

1644 entstand die bis heute genutzte Kanzel. Erweiterungen, Renovierungen und das Verlegen des Altars auf die Westseite der Kirche waren wichtige Stationen im Werdegang des Gotteshauses. Jedoch, so Simon: „Lebendig wird ein Kirchengebäude erst, wenn sich die Menschen darin versammeln.“

Das soll von Himmelfahrt bis Pfingsten sehr intensiv geschehen. Ein Fest verbindet 500-jährige Geschichte und moderne Gemeindearbeit. Kennzeichen wird die Kirchenfahne sein, die heute um 10 Uhr am Turm der Trutzburg aufgehängt werden soll.

Am 17. Mai (Himmelfahrt) beginnt das Fest mit einem Familiengottesdienst. Kinder führen das Theaterstück von der Kirchenmaus Mikki auf, die mit ihren Freundinnen das Gotteshaus auskundschaftet. Der Kinderschulchor aus Altenritte singt, später kann man bei Kaffee und Kuchen im Festzelt an der Kirche der Kinderflötengruppe, dem Posaunen- und dem Gospelchor lauschen.

Auf die Jüngeren warten Schminken, Bobbycar-Rennen und Spielstationen. Der Turm kann bestiegen werden. Bei Gegrilltem, Bier und Wein soll der Abend ausklingen. Wichtiger Hinweis: Wegen des angekündigten kühlen Wetters wird im nahen Gemeindehaus (Kirchweg) gefeiert.

Das Fest soll auch Geld für die dringend nötige Restaurierung der Kirche einspielen. 12 000 Euro hatte der eigens gegründete Förderverein 2011 erlöst. Das ehrgeizige Ziel lautet indes, insgesamt 125 000 Euro zu sammeln.

Für das Restaurieren werden Kosten von einer halben Million Euro kalkuliert, erläutert Pfarrerin Joachimi. Die Hälfte will die Gemeinde vor allem aus Baurücklagen aufbringen. Hoffnung ist ferner, dass die Landeskirche den Ertrag des Fördervereins, die erhofften 125 000 Euro, aus dem Kirchenerhaltungsfonds verdoppelt – damit wäre auch die zweite Hälfte der 500 000 Euro vorhanden. Die Entscheidung wird laut Pfarrerin Simon wohl erst 2013 fallen. Ob die Arbeiten dann im selben Jahr beginnen können, steht noch dahin. ARTIKEL RECHTS

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