Geschichtswerkstatt Ahnatal im alten Rathaus in Weimar zeigt eine Kugelkopfschreibmaschine

Die Tücke mit der fremden Tastatur

Völlig neues Konstruktionsprinzip: Bei der Kugelkopfschreibmaschine sind die Schriftzeichen nicht auf einzelnen Typenhebeln, sondern auf einem sich drehenden Kopf angebracht. Fotos:  Wienecke

Ahnatal. „Anfang der 1960er-Jahre war es ein besonderes Privileg, wenn eine Sekretärin bereits über eine Kugelkopfmaschine verfügte“, sagt Dr. Heinz Schultz aus Heckershausen. Der Anblick einer solchen Schreibmaschine in den Räumen der Geschichtswerkstatt Ahnatal in Weimar weckt bei dem 83-Jährigen Erinnerungen.

„Ich war bei einer Kalifirma beschäftigt, die später in Kali und Salz (K+S) überging“, erzählt der Museumsbesucher. „Im Jahr 1968 sollte der Abschlussbericht einer Projektstudie mit einer norwegischen Firma verfasst werden. Meine Sekretärin erkundigte sich im Vorfeld, ob eine Kugelkopfschreibmaschine vor Ort in Oslo vorhanden war“, berichtet der Diplom-Chemiker.

Als es darum ging, den Bericht zu schreiben, brach sie jedoch in Tränen aus. Die Tastenbelegung war eine andere, da sie sich nach der Häufigkeit der Benutzung der Buchstaben in der jeweiligen Sprache richtet. Damit seine Sekretärin, die das schnelle Schreiben ohne Blick auf die Tasten gewohnt war, nicht jeden Buchstaben auf der fremden Tastatur suchen musste, kamen ihr schließlich die norwegischen Kolleginnen zu Hilfe.

Das 1896 gegründete US-amerikanische Unternehmen IBM (International Business Machines Corporation) brachte ab 1962 Kugelkopfschreibmaschinen heraus. Anders als beim bisherigen Prinzip, bei dem einzelne Typenhebel mit den jeweiligen Buchstaben, Zahlen oder Zeichen angeschlagen wurden, rotiert bei ihnen ein mit den Schriftzeichen besetzter Kugelkopf.

Die Geschichtswerkstatt Ahnatal im alten Rathaus in Weimar ist jeden zweiten Freitag und jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Kontakt: Uwe Westphal, Tel. 056 09/ 62 81 62.

Von Bettina Wienecke

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