A44-Tunnel in Hirschhagen

A44-Tunnel in Hirschhagen: Helsaer Feuerwehr kritisiert Planungen

Helsa. Die Feuerwehr Helsa fühlt sich in puncto A  44 von den Behörden im Stich gelassen. Die Mitglieder der Freiwilligen Wehr müssen bei Unfällen auf der neuen Autobahn ausrücken. Prekär ist vor allem der geplante Tunnel Hirschhagen, mit 4,1 Kilometer der längste Straßentunnel in Hessen.

Im Ernstfall müssen die freiwilligen Feuerwehrleute aus Helsa in die schier endlose Betonröhre vorrücken und Menschen nach Unfällen oder einem Brand retten. Doch bis jetzt, so die Klage des Helsaer Gemeindebrandinspektors Timo Schröder gegenüber der HNA, habe man weder die notwendige Ausrüstung noch eine entsprechende Einweisung erhalten.

Dabei sind die Helsaer Rettungskräfte schon während der Tunnelbauarbeiten gefragt, die in diesem Frühjahr beginnen sollen; die Helsaer sind für die Rettung von Bauarbeitern bei einem Unglück beim Tunnelbau zuständig.

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„Wir sind nicht informiert“, meint der oberste Helsaer Feuerwehrmann. Im vergangenen Juni habe ein Abstimmungsgespräch mit den beteiligten Stellen stattgefunden. Damals habe es etliche Ungereimtheiten gegeben. Doch seither habe er nichts mehr gehört. Man brauche die Gerätschaften, um mit der Ausbildung beginnen zu können. „Das müsste umgehend passieren“, sagt Schröder. Schließlich müssten alle 60 Aktive der Wehr geschult werden. Die Fortbildung werde zwei bis drei Monate dauern, denn die meist berufstätigen ehrenamtlichen Feuerwehrleute könnten nur nach der Arbeit am Abend oder am Wochenende an Schulungen teilnehmen.

Das Regierungspräsidium (RP) in Kassel, wo die Einsatzplanungen zusammenlaufen, weist die Kritik aus Helsa zurück. „Es ist alles so vorbereitet, wie es sein muss“, sagte RP-Sprecher Michael Conrad der HNA. Die Feuerwehrleute aus Helsa würden, wie die anderen Tunnelwehren an der A  44 auch, bei der Landesfeuerwehrschule in Kassel in Kursen fortgebildet. Auch der amtierende Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek sieht die Lage nicht kritisch: „Wir haben ausreichend Zeit“, meint er. Eine Expertengruppe erarbeite zurzeit das Rahmeneinsatzkonzept. Darin würden die notwendige Ausstattung, das taktische Vorgehen und die Schulung der Einsatzkräfte festgelegt. Wenn dieser Entwurf – vermutlich Ende März – vorliege, würden die örtlichen Feuerwehren informiert, so Mazassek.

Möglicherweise werden die Helsaer Helfer während der Bauphase nur unterstützend gebraucht. „Es kann sein, dass die Baufirma eine Werkfeuerwehr mitbringt“, sagt der Kreisbrandinspektor. Das wisse man aber erst, wenn feststehe, welche Firma den Tunnel gräbt. Die Ausschreibung des 200 Millionen Euro teuren Tunnelbaus läuft gerade. Anfang Februar solle der Auftrag vergeben werden, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf Nachfrage.

Von Holger Schindler

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