Unbekannter entkam mit Beute

Überfall auf Bankfiliale: Bewaffneter Räuber fesselte Angestellte

Ihringshausen. Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann hat am heutigen Donnerstagmorgen die Filiale der Kasseler Sparkasse in Fuldatal-Ihringshausen an der Veckerhagener Straße überfallen. Er fesselte die Angestellten und entkam mit der Beute.

Nach Angaben von Sabine Knöll, Sprecherin des Polizeipräsidiums Nordhessen, passte der auffällig verkleidete Täter gegen 8 Uhr einen Kundenberater am Nebeneingang der Bank ab. Er bedrohte ihn mit einer Pistole und zwang ihn, eine Flurtür zu den Bankräumen aufzuschließen.

Zwischenzeitlich traf eine weitere Bankangestellte ein, die er ebenfalls mit der Pistole bedrohte. Die beiden mussten ihm das Bargeld aus dem Tresor sowie aus zwei Geldautomaten der Filiale übergeben. Währenddessen trafen noch drei weitere Angestellte, zwei Männer und eine Frau an ihren Arbeitsplätzen ein. Sie wurden angewiesen, sich auf den Bauch zu legen und mussten sich gegenseitig mit Klebeband fesseln.

Das Geld ließ sich der Täter vom Mitarbeiter in eine mitgebrachte Tüte stecken. Zum Schluss fesselte er den 52-Jährigen auf dem Boden und flüchtete mit seiner Beute aus dem Seiteneingang. Die fünf Bankangestellten konnten sich befreien und den Alarm auslösen.

Die Polizei sei schnell am Einsatzort gewesen, sagt die Sprecherin. Dennoch blieb eine umgehend eingeleitete, Fahndung erfolglos. Die Filiale der Sparkasse blieb am Donnerstag geschlossen.

Der Täter soll 35 bis 45 Jahre alt, 175 Zentimeter groß und von schlanker Gestalt sein. Er hat dunkle Augen, trug dunkles Gesichts-Make-up und eine schwarze Hornbrille, die vermutlich wie der angeklebte dunkle Vollbart, die Perücke und ein dunkler Hut nur Bestandteil seiner Verkleidung war. Er trug ein dunkelorange- oder rostfarbenes Sakko, eine dunkelbraune Hose, dunkle Handschuhe und braune Schuhe. Er soll eine große, braune Lederaktentasche dabeigehabt haben.

So war es live vor Ort: Spurensicherung im Einsatz

Die Spurensicherung ist im Haus. Mit ihnen weitere Kollegen der Kripo, die die insgesamt fünf Sparkassen-Angestellten befragen, die der Täter vorübergehend in seiner Gewalt hatte.

An der Glastür zum Schalterraum ist die Jalousie heruntergelassen. Davor eine Tafel mit dem handschriftlichen Hinweis auf Papier: „Die Geschäftsstelle bleibt heute geschlossen.“

Später wird dort der Filialleiter ein bedrucktes, laminiertes Schild anbringen mit dem Hinweis an die Kunden, dass „wegen einer Betriebsstörung“ geschlossen ist. Seine Hände zittern, als er das Schild mit Klebestreifen befestigt. Zum Tathergang möchte er nichts sagen.

Einem Kollegen hatte der Täter am Nebeneingang aufgelauert, um in die Bank zu kommen. Diesen Nebeneingang benutzen zwei Stunden später drei Kollegen von ihm.

Fotos vom Einsatzort

Überfall auf Bankfiliale in Ihringshausen

Es sind „speziell geschulte Mitarbeiter der Gruppe Betreuung von Überfallbetroffenen“, sagt Michael Krath, Pressesprecher der Kasseler Sparkasse. Sie sollen den fünf Opfern des Raubüberfalls helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Vor dem Nebeneingang steht ein Verkaufsstand für Spargel und Erdbeeren. Den Täter habe sie nicht gesehen, sagt Verkäuferin Judith Kappenstein. Als sie gegen 9.30 Uhr eintraf, „war es wohl gerade passiert“, sagt sie.

Deutlich früher begann die Arbeitszeit von Larissa Scholl in der Bäckerei neben der Sparkasse. Auch die 20-Jährige hat nichts gesehen und doch von dem Überfall umgehend einiges erfahren. „Hier kam ein älterer Mann rein, der hatte am Nebeneingang der Bank gesehen, wie ein Mann mit Perücke und Bart einen Angestellten durch die Tür geschubst und die dann hinter sich zugezogen hat“, berichtet sie später. Und: „Von unserem Telefon hat er die Polizei angerufen.“ Im Ort spricht sich schnell herum, dass die Sparkasse überfallen wurde. „Das ist naheliegend bei so einem Polizeiaufgebot“, sagt der Ihringshäuser Dieter Rohde.

Artikel aktualisiert um 18.15 Uhr

Der 77-Jährige hatte einen Arzttermin im Ortszentrum. Er habe einen Polizisten gefragt, was denn passiert sei. „Der hat nur gesagt, ich soll morgen in die HNA schauen.“

Von Michael Schräer

Hinweise zur Tat oder dem Täter nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel, Telefon 0561/910-0, entgegen.

Rubriklistenbild: © Schräer/HNA

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