Übergang von Schule zu Beruf: Mit Hilfe die Hürde nehmen

Sie hält künftig die Fäden beim Übergang von der Schule in den Beruf in der Hand: Die Sozialpädagogin Silke Meyenberg berät jetzt Schüler, die auf Ausbildungs- oder Praktikasuche sind, und knüpft Kontakte zu regionalen Betrieben. Foto: Dilling

Baunatal. Jugendliche, die sich mit schwachen Noten durch ihre Schulzeit kämpfen, haben bei der Suche nach Ausbildungsplätzen schlechte Karten. Oft wandern schon die schriftlichen Bewerbungen nach einem Blick auf die Zeugnisse in den Papierkorb.

Wenn sie dann die Schule verlassen, wissen viele nicht, wie es weitergehen soll und wo sie Unterstützung erhalten können.

Den Sprung über diese Hürde in die Arbeitswelt will die Stadt Baunatal nun solchen jungen Leuten erleichtern: Sie hat ein Übergangsmanagement Schule-Beruf eingerichtet, als Schnittstelle für eine Beratung und Förderung von Ausbildungssuchenden zwischen Schule, Jugendlichen, Elternhaus, den mit der beruflichen Bildung zuständigen Stellen und den Betrieben: Die Diplom-Sozialpädagogin Silke Meyenberg wird Ansprechpartnerin für Lehrer, Schüler, Eltern und Betriebsinhaber sein und soll die oft unübersichtlichen Weiterbildungs- und Förderangebote für jobsuchende Jugendliche bündeln.

Die 47-Jährige arbeitete bisher 19 Jahre im Baunataler Jugendzentrum. Die Hälfte ihrer Arbeitszeit wird sie die kommenden drei Jahre der Beratung von Schulabgängern und der Sondierung von Möglichkeiten, sie in Lehrstellen oder Praktika unterzubringen, widmen. Mit der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal hat sie dafür schon Kontakte geknüpft.

„Das ist eine zusätzliche helfende Hand, die Jugendlichen durch den Dschungel hilft“, sagt Bürgermeister Manfred Schaub. Das Übergangsmanagement Schule-Beruf sei angesichts der immensen Folgekosten, die die gescheiterte Berufskarriere junger Menschen mit sich bringen könne, schon dann als Erfolg zu werten, wenn dadurch nur einigen Jugendlichen geholfen werde. „Jeder Einzelne, den wir auf den Weg bringen, ist ein Gewinn.“

Angebote, die Schülern helfen sollen, sich am Arbeitsmarkt zu orientieren, gibt es schon zahlreich. Häufig hat sie das Baunataler Bildungsforum initiiert, ein Netzwerk von Akteuren auf dem Bildungssektor. Neu am Übergangsmanagement ist die punktgenaue und individuelle Unterstützung von problematischen Schülern. Meyenberg wird auch noch für sie da sein, wenn es während der Lehre oder des Praktikums Probleme gibt. Sie hat auch die Aufgabe, die Erwartungen von Schülern und Betrieben in Einklang zu bringen und bei den Chefs darum zu werben, auch schwächeren, aber dafür engagierten Jugendlichen eine Chance zu geben.

Diesem Thema müssten sich die Betriebe angesichts des drohenden Fachkräftemangels ohnehin demnächst stellen, sagte Frank Grasmeier vom Jugendbildungswerk.

Übergangsmanagement Schule-Beruf, Info und Kontakt: Stadtteilzentrum Baunsberg, Tel. 0561/9492874, Internet: silke.meyenberg@stadt-baunatal.de

Von Peter Dilling

Ab dem neuen Schuljahr Sprechzeiten in der Erich-Kästner-Schule mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr und in der Theodor-Heuss-Schule donnerstags von 8 bis 9.30 Uhr, Telefon dann unter 0 1 70/7 80 37 39.

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