Nach einem Jahr Wartezeit: Wassererlebnishaus erhält 49 200 Euro aus Wiesbaden

Nach einem Jahr Wartezeit: Wassererlebnishaus erhält 49.000 Euro

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Teichforscher: Jan (8/von links), Eva (8) und Franka (6) mit Keschern und Teichlupen auf dem Gelände des Wassererlebnishauses.

Fuldatal. Existenzminimum scheint ein dehnbarer Begriff zu sein. Genau genommen hätte das Wassererlebnishaus Fuldatal das vergangene Jahr nicht überstehen können. Im Etat des Umweltlernortes in Simmershausen fehlten 50.000 Euro. Weil erhoffte Projektförderung vom Land ausblieb.

Gut 65.000 Euro hatten Klaus Memmen, Leiter des Hauses, und Karl Dietrich, Vorsitzender des Trägervereins, im Frühjahr 2010 beim Land beantragt. Am kommenden Montag, 9. Mai, werden circa 75 Prozent der Summe (49.200 Euro) dem Wassererlebnishaus endlich zur Verfügung stehen. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke wird den Förderbescheid überreichen.

„Wir mussten uns sehr einschränken und strecken, um über die Runden zu kommen“, sagt Dietrich. Dies sei nur mithilfe des Fördervereins und einiger Spender gelungen. Denn der Haushalt von 110.000 Euro im Jahr für Sach- und Personalkosten ist nur zum Teil durch verlässliche Einnahmen gedeckt.

So steuert der Landkreis 50.000 Euro bei, die Gemeinde Fuldatal aktuell noch 8000 Euro. Außerdem überweisen die Wasserverbände Diemel und Losse je 1000 Euro. „Wir müssen jedes Jahr zusätzliche Projektmittel einwerben, um existieren zu können“, sagt Memmen.

Interessiert: Die Zwillinge Sean (links) und Leander (10) aus Kassel beobachten Berg- und Teichmolche sowie unter dem Mikroskop Kaulquappen.

Dies funktionierte bis Herbst 2009 ganz gut. Damals habe das Umweltministerium in Wiesbaden mitgeteilt, dass es keine Mittel mehr für Umweltbildung und wissenschaftliche Projekte bereitstelle. „Wir wurden ins kalte Wasser geworfen“, sagt Dietrich. Allerdings habe sich das Umweltministerium ernsthaft bemüht, weiter zu helfen, sagen Memmen und Dietrich. Und auf den Fördertopf zur Öffentlichkeitsbeteiligung verwiesen. Diese muss nach den Wasserrahmenrichtlinien der EU bis 2015 umgesetzt werden. Etwa indem mit Schülern über Maßnahmen zum Gewässerschutz diskutiert wird.

Nach ersten Kontakten zu Schulen „hat das Ministerium vielleicht gemerkt, dass man da besser Fachleute einbezieht. So kamen wir ins Spiel“, sagt Biologe Memmen. Die Idee: fünf Projekte, um Unterrichtsmaterialien für Schüler der Sekundarstufe I und II zu erstellen. „Eigentlich nicht unsere Zielgruppe, die im Vorschul- und Grundschulbereich liegt“, betont Memmen. Derartige Projekte müssten zusätzlich zur alltäglichen Arbeit umgesetzt werden.

Das Material zum ersten Projekt mit dem Thema Grundwasser legten die Simmershäuser mit ihrem Antrag im Frühjahr 2010 vor. Das Ministerium brauchte knapp ein Jahr zur Prüfung. Jetzt endlich der Förderbescheid. Zum Glück, sagt Memmen, denn das zweite Projekt zum Thema Fließgewässer soll starten. Mit Förderung durch das Land, so hofft Dietrich, „damit das Wassererlebnishaus überlebt“.

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