Katastrophenschutzhelfer von DLRG und DRK probten an der Fulda-Staustufe den Ernstfall

Übung: Studenten über Bord

Unterkühlt und orientierungslos: Die Studenten - gespielt von Mitgliedern der DRK-Notfalldarstellung - wurden von Katastrophenschutzhelfern in Decken gehüllt und mit DLRG-Booten zum Verbandsplatz transportiert. Fotos: Rogge-Richter

Fuldatal. Den Ernstfall probten am Wochenende Katastropenschutzhelfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und des Roten Kreuzes (DRK). Das nachgestellte Szenario: Studenten geraten nach einer feuchtfröhlichen Sause an der Fulda in tödliche Gefahr.

Mit blaugefrorenen Lippen, vollkommen orientierungslos und noch immer benommen vom vielen Alkohol wurden die acht Studierenden der Uni Göttingen, die von DRK-Mitgliederen gespielt wurden, am vergangenen Sonntagmorgen von Katastrophenschutzhelfern der DLRG bei Knickhagen am Fuldaufer erspäht. Schnell wurden die jungen Männer und Frauen in Rettungsdecken gehüllt und mit dem Motorrettungsboot zum Verbandplatz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach Wilhelmshausen transportiert.

Währenddessen bargen Tauchtrupps der DLRG Lohfelden und Vellmar in der Nähe des Uni-Bootshauses in Wilhelmshausen zwei Puppen, mit denen zwei Ertrunkene simuliert wurden.

30 Mitglieder dabei

30 Mitglieder der DLRG Vellmar, Lohfelden und Oberweser sowie der DRK-Ortsvereinigung Vellmar probten dort gewissenhaft den Ernstfall. Unterstützt wurden sie dabei von den DRK-Kreisverbänden Kassel-Wolfhagen und Kassel-Land, die zwölf ihrer Mitglieder der Notfalldarstellung unter anderem als Mimen zur Verfügung stellten.

Jan Credé, Sprecher der DLRG Vellmar und Mitglied der Einsatzleitung, hatte sich das Notfallszenario ausgedacht. Gegen 11.30 Uhr waren die ehrenamtlichen Mitglieder des Wasserrettungszuges alarmiert worden, die zu diesem Zeitpunkt nicht ahnten, dass es sich bei dem vermeintlichen Einsatz unter der Leitung von Bernd Beier um eine Übung zum Jahresabschluss handelte. Mit Martinshorn und Blaulicht rückten die Helfer aus. Ihr Auftrag: „Mehrere Vermisste der Universität Göttingen suchen, retten und gegebenenfalls bergen“.

Realität nachgestellt

„Als sie unsere Darsteller am Ufer sahen, wussten die Katastrophenschutzhelfer, dass das hier nun doch kein Ernstfall war“, sagte Richard Becker, Leiter der Notfalldarstellung. Dabei gaben sich die entsprechend geschminkten Mimen größte Mühe, möglichst realitätsgetreu bewusstlose oder durch eine Partyschlägerei verletzte Studenten darzustellen. Die jungen Damen und Herren wurden von den Katastrophenschutzhelfern akribisch am sowie im Wasser gesucht, am Fundort in die stabile Seitenlage gebracht beziehungsweise anderweitig erstversorgt und anschließend mit den Booten zum Sanitätszelt an der Staustufe in Wilhelmshausen gebracht. Dort betreuten fünf Sanitäter unter der Leitung von Markus Kilch die Verletzten.

Positives Fazit

Am Nachmittag nach dem Ende der Übung zeigte sich die Einsatzleitung zufrieden mit der erfolgreichen Proberettung. „Die Übung diente dazu, die Zusammenarbeit zwischen den Helfern zu fördern sowie Schwachstellen aufzudecken bezüglich des Zusammenspiels, der Kommunikation oder des Materials. Wir freuen uns, dass alles gut geklappt hat“, sagte Credé.

Von Sarah Rogge-Richter

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