Behörde übersah Vollsperrung

Behörde übersah Vollsperrung: 80-Kilometer-Umleitung knapp vereitelt

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Die geplante Umleitung

Nieste/Witzenhausen. Die Absperrgitter und die Verbotsschilder standen schon bereit: Am Mittwochmorgen sollte die Straße zwischen dem Staufenberger Ortsteil Dahlheim, Nieste und Witzenhausen-Kleinalmerode gesperrt werden. Dann hätten die Autofahrer allerdings ein echtes Problem bekommen.

Auf insgesamt 6,2 Kilometer Länge sollte der Asphalt auf der von vielen Berufspendlern genutzten Strecke erneuert werden. Und die hätten es mit einem richtigen Problem zu tun bekommen, hätte die HNA nicht beim Niedersächischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr Alarm geschlagen. Die Bauarbeiten und mit ihnen die Umleitung wurden darauf verschoben.

Weil die reparaturbedürftigen Straßenabschnitte auf niedersächsischem Gebiet liegen, ist die Behörde in Hessens Nachbarland zuständig. Dort kennt man sich mit den Gegebenheiten in Nordhessen aber offensichtlich nicht besonders gut aus. Zwar hatte die Behörde eine für beide Richtungen geltende Umleitungsstrecke ausgewiesen. Wäre sie aktiviert worden, hätten die Verkehrsteilnehmer allerdings eine wahre Odyssee durch Nordhessen erlebt. Der Grund: Die mit 49 Kilometer ohnehin lange Umleitung hätte nicht funktioniert, weil die Niedersachsen eine Großbaustelle bei Witzenhausen übersehen haben.

Aus der normalerweise elfeinhalb Kilometer langen Tour von Nieste nach Kleinalmerode wäre dadurch beinahe eine 80 Kilometer lange Irrfahrt durch die Region geworden. Nach der offiziellen Umleitung sollten Autofahrer aus Kleinalmerode über Witzenhausen und Großalmerode nach Helsa und über die Bundesstraße 7 weiter nach Kaufungen-Papierfabrik fahren.

Von dort, das sah der Plan der niedersächsischen Straßenbauverwaltung vor, wären sie über die Autobahn 7 bis zur Anschlussstelle Kassel-Nord und dann über Heiligenrode nach Dahlheim oder nach Nieste gefahren.

In der Praxis wäre die ausgewiesene Route jedoch bereits kurz hinter Witzenhausen zu Ende gewesen: Die Bundesstraße 451 ist nämlich gegenwärtig zwischen Hundelshausen und Trubenhausen voll gesperrt. Die kurvenreiche Verbindung zwischen den beiden Orten im Gelstertal wird auf der ganzen Länge erneuert.

Den Autofahrern wäre also nur die Möglichkeit geblieben, sich auf eigene Faust eine Umleitung für die Umleitung zu suchen. Die einzige halbwegs passable Route führt von Witzenhausen über die Bundesstraße 27 nach Bad Sooden-Allendorf. Von dort geht es über Kammerbach und Weißenbach zurück nach Trubenhausen auf die Bundesstraße 451. Länge: rund 30 Kilometer.

Die niedersächsischen Kollegen hätten keinen Kontakt mit Hessen Mobil aufgenommen, sagte dessen Sprecher Horst Sinemus auf HNA-Anfrage. Dies sei sonst üblich.

Die Informationen über die Baustelle seien „krankheitsbedingt nicht weitergereicht worden“, erklärte Otto Böttger von der niedersächsischen Straßenverwaltung. Man warte nun das Ende der Bauarbeiten bei Witzenhausen ab.

Von Peter Ketteritzsch

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