Kandidaten-Porträt: Timon Gremmels (SPD) aus Niestetal will wieder in den Landtag einziehen

Die Umweltpolitik ist sein Thema

Entspannung in der Natur: Timon Gremmels ist oft mit dem Fahrrad im Kasseler Umland unterwegs. Auf unserem Foto macht er Rast am Fulda-Ufer bei Bergshausen. Foto: Fischer

Niestetal. Timon Gremmels sitzt zwar schon fast vier Jahre im Landtag, doch die Wahl am 22. September ist für ihn trotzdem eine Premiere. Seinen Sprung ins Parlament verdankt der 37-Jährige aus Niestetal nämlich nicht dem Wählervotum, sondern einem Mann, dessen Namen in der SPD kaum mehr jemand in den Mund nimmt: Rainer Pfeffermann.

Weil der Ahnataler 2009 als Bundestagskandidat zurücktreten musste, verschlug es Ulrike Gottschalck nach Berlin - und Gremmels rückte für die Niestetalerin ins Wiesbadener Parlament nach. Obwohl es seine erste Wahl ist, gibt sich der Diplom-Politologe selbstbewusst: Er rechnet sich beste Chancen aus, den Muster-Wahlkreis der Sozialdemokraten direkt zu gewinnen. Gremmels ist davon überzeugt, dass er gute Arbeit geleistet hat.

Als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion hat er in der Tat Themen besetzt, die den Menschen im Kasseler Umland auf den Nägeln brennen: Der Gegenspieler von CDU-Umweltministerin Lucia Puttrich kämpft mit Nachdruck gegen Fracking, die Förderung von Schiefergas mithilfe von Chemie. Dass die Ministerin inzwischen auf einen „Fracking-kritischen Kurs“ eingeschwenkt ist und dem kanadischen Konzern BNK die Erkundungsgenehmigung versagt hat, schreibt sich Gremmels maßgeblich auf die Fahnen. Der Abgeordnete, der den verstorbenen SPD-Umweltpolitiker Hermann Scheer und Bezirkschef Manfred Schaub als politische Vorbilder nennt, holte jene Anhörung zu der umstrittenen Fördermethode nach Kassel, bei der sich die Region wie ein Mann gegen Fracking aussprach. Nach der Überzeugung Gremmels’ kann die Energiewende („Dafür gibt es keine Blaupause“) nur gelingen, wenn die Menschen sie akzeptieren. Der entstehende Windpark der Städtischen Werke in der Söhre, an dem sich Bürger über eine Genossenschaft beteiligen können, ist für den Abgeordneten ein Beispiel für ein transparentes und damit gelungenes Energiewende-Projekt. „So müsste es überall sein.“

Trotz seines starken Engagements für die Umweltpolitik („Meine politische Sozialisation begann mit Tschernobyl“) ist dem Freund der Nordsee und skandinavischer Krimis auch sein zweites Betätigungsfeld im Landtag sehr wichtig.

Als Mitglied im Petitionsausschuss könne er Menschen oft direkt helfen, sagt Gremmels. Etwa jener chronisch kranken jungen Frau, die ein Vollzeitstudium in Teilzeit absolvieren wollte, dies aber nicht durfte. Heute ist das möglich. DREI SÄTZE

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Von Peter Ketteritzsch

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