Hoffen auf Abschluss im März

A7 am Sandershäuser Berg: Die unendliche Autobahnbaustelle

Weißes Band auf frischem Asphalt: Schnee und strenger Frost haben die Bauarbeiten erneut zum Erliegen gebracht. Foto: Ketteritzsch

Niestetal. Eigentlich könnten die Autos am Sandershäuser Berg längst über den neuen Asphalt hinunter ins Kasseler Becken rollen. Doch jetzt haben strenger Frost und Schnee die Sanierungsarbeiten wieder zum Erliegen gebracht.

Anfang des Jahres, als das Wetter mitspielte, wurde bei Niestetal die neue Oberfläche derA 7-Südfahrbahn aufgebracht. Die Bauarbeiter, die die Betonschutzwand in der Mitte der Autobahn hochziehen sollten, mussten jedoch vor ein paar Tagen unverrichteter Dinge abziehen.

„Die Arbeiten sind nur möglich, wenn kein Frost herrscht“, sagt Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, die für die Sanierung des 2,5 Kilometer langen Autobahnstücks zwischen der Landesgrenze und der Anschlussstelle Kassel-Nord zuständig ist.

Eine ewige Baustelle: A7 am Sandershäuser Berg.

Bereits mehrfach musste der Termin für den Abschluss der Fahrbahnsanierung verschoben werden. Jetzt hofft man bei der Behörde, noch in diesem Monat fertigzuwerden. Doch die Hand dafür ins Feuer legen will man bei Hessen Mobil nicht. „Es fehlen ja auch noch die Markierungen“, sagt Sinemus, „dafür brauchen wir Trockenheit. Außerdem muss das Salz weg sein.“

Seiner Einschätzung nach müsste es schon „optimal laufen“, damit die Ankündigung auf dem Schild neben der Autobahn Wirklichkeit werden kann. März 2013 ist darauf als Zeitpunkt für das Ende der Bauarbeiten angegeben. Ursprünglich stand „November 2012“ auf dem Schild. Wie aber konnte es dazu kommen, dass aus der auf sechs Monate angelegten Baustelle ein Projekt von wahrscheinlich zehn Monaten Dauer wurde? Bei Hessen Mobil nennt man die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg als Hauptgrund. Weil sich am Sandershäuser Berg vor 70 Jahren eine Flak-Stellung befand, empfahl der Kampfmittelräumdienst, die Baustelle vor Beginn der Arbeiten unter die Lupe zu nehmen. Und das dauerte erheblich länger als vorgesehen. Gefunden wurden eine Stabbrandbombe und jede Menge Schrott.

Chronologie

- 22. August 2012: Hessen-Mobil-Sprecher Sinemus verkündet, dass die Bauarbeiten „fünf bis sechs Wochen“ im Verzug sind.

- 29. Oktober 2012: Die Bauarbeiten gehen gut voran. Die Behörde teilt mit, dass die Sanierung nunmehr vor Weihnachten beendet sein soll.

- 21. November 2012: Die zweite Phase der Sanierung beginnt, nun ist der linke Teil der Südfahrbahn an der Reihe. Bei Hessen Mobil ist man optimistisch, dass die Arbeiten bis Januar 2013 abgeschlossen sein werden.

- 11. Dezember 2012: Der Winter sorgt für Stillstand auf der Baustelle. Mit dem Ende der Arbeiten wird nun für März 2013 gerechnet.

- Anfang Januar 2013: Der linke Teil der Südfahrbahn wird asphaltiert. Danach ruhen die Arbeiten wieder.

- Anfang März 2013: Die kurz zuvor wieder aufgenommenen Arbeiten müssen wegen strengen Frosts und Schnee erneut unterbrochen werden.

Unklar ist nicht nur, ob die Autobahn Ende März tatsächlich wieder frei ist. Unklar ist auch, ob es angesichts der Verzögerungen bei den von Hessen Mobil kalkulierten Kosten von 5,5 Millionen Euro für die Sanierung bleibt. Termin für den Kassensturz: offen.

Von Peter Ketteritzsch

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