VW Baunatal hat neues Frühwarnsytem eingeführt - Sicherheitspokale vergeben

Unfälle auf dem Rückzug

Produktion ohne Unfälle: Nikolai Jentschenko (links) bedient eine Maschine für Zahnräder. Astrid Hedeler (von links), Erhard Grabe, Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker, Kai Gehring, Jörg Ruppert und Betriebsrat Albert Bertram sorgen für Sicherheit. Foto: Dilling

Baunatal. Ein Arbeiter erhält einen Stromschlag, ein anderer wird von einem umherfliegenden Metallteil tödlich in der Brust getroffen: Solche tragischen Arbeitsunfälle gehören bei Volkswagen in Baunatal schon lange zur Vergangenheit. Seit 15 Jahren habe es keinen tödlichen Unfall gegeben, sagt Jörg Ruppert, Leitender Sicherheitsingenieur. Im Gegenteil: Arbeitsunfälle sind im VW- Werk dramatisch auf dem Rückzug.

Das berichtete Ruppert am Donnerstag während der Verleihung der Arbeitssicherheitspokale im Werk. Seit 2009 sei die Zahl der erheblichen Unfälle in der Getriebefertigung mit ihren fast 5000 Mitarbeitern um rund 60 Prozent, von 80 auf 33, zurückgegangen, sagte der Sicherheitsingenieur. Und im ganzen Werk sei die Zahl der Unfälle in diesem Zeitraum von 173 auf 106 gesunken.

Vor einem Jahr hat die Werkleitung ein neues Frühwarnsystem eingeführt. Für jede Abteilung sind Gefahrenpotentiale und Schwachstellen analysiert und auf einer Grafik anschaulich für die Mitarbeiter dargestellt worden. Arbeitsschutz stehe jetzt an erster Stelle in den Besprechungen, sagt Ruppert.

Damit ist das VW-Werk auf dem Weg, den der ehemalige Richter Dr. Klaus Gregor (Würzburg), der während der Pokalvergabe einen Vortrag hielt, allen Firmen empfiehlt: „Sie müssen eindeutige Zuständigkeiten für die Arbeitssicherheit festlegen.“ Führungskräfte, die keine genauen Anweisungen gäben und nicht die richtigen Mitarbeiter auf den richtigen Platz stellten, könnten sich strafbar machen, wenn etwas passiert.

Wir sollten uns alles noch mal genau angucken:“

Werkleiter pROF. bECKER

Davon war Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker sichtlich beeindruckt. „Das macht mich nachdenklich. Wir sollten uns alles noch mal genau angucken“, sagte er. Für die Zukunft, so meinte Becker weiter, sei neben der Arbeitssicherheit aber vor allem die Reduzierung des Lärms das große Thema. Lärm richte auf Dauer nämlich noch mehr Schaden als nur nachlassendes Hörvermögen an.

Der Pokal für das beste Ergebnis ging an das VTC-Vorserien-Technologie-Center unter Leitung von Astrid Hedeler. Weitere Pokale gingen an die Getriebe-Abteilungen CC4 (Leiter: Kai Gehring) und CC3 (Leiter: Erhard Grabe). Das VTC liegt sicherheitsmäßig europaweit bei VW sogar an vierter Stelle. (pdi)

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