48-Jähriger geriet zu nah an 15 000-Volt-Leitung

Unfall am Bahnhof Guntershausen: Arbeiter erlitt tödlichen Stromschlag

Am Bahnhof Guntershausen ist am frühen Montagmorgen ein 48-jähriger Mann durch einem Stromschlag getötet worden. Der Arbeiter einer Rostocker Firma war zu nah an eine Starkstromleitung mit 15 000 Volt geraten. Er verbrannte an einem Mast, auf den er wegen Reparaturarbeiten geklettert war.

Versuche von Kollegen und Beamten der Bundespolizei, dem Mann noch zu helfen, indem sie Feuerlöscher gegen die Flammen einsetzten, blieben ohne Erfolg. Der 48-Jährige hatte sich durch den Stromschlag in seinem Sicherheitsgurt verfangen, so berichtet die Bundespolizei.

Aktualisiert um 18.14 Uhr

Der Leichnam konnte erst nach drei Stunden von dem Mast geborgen werden. Dazu wurde ein Spezialschienenfahrzeug eingesetzt. Die Kasseler Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Kernfrage ist, warum der Strom während der Reparaturarbeiten nicht abgeschaltet war. Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch werden Funkaufzeichnungen und Vorschriften der Bahn ausgewertet, man vernehme alle Beteiligten. Zudem sei das Eisenbahnbundesamt eingeschaltet worden. Kollegen des Opfers hatten während der nächtlichen Arbeiten um 2.26 Uhr einen lauten Knall gehört und waren sofort zur Hilfe geeilt. Zwei Bundespolizisten, im Zuge einer Routinestreife zufällig am Guntershäuser Bahnhof, unterstützten sie.

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Alle Helfer erlitten Schocks und wurden später medizinisch und auch seelsorgerisch betreut. Die Bahnstrecke, an der bis 2013 Modernisierungsarbeiten laufen, war knapp fünf Stunden in beide Richtungen gesperrt. 25 Züge, vor allem Güterverkehr, waren betroffen. Es kam laut Bundespolizei-Sprecher Benny Roob im Schnitt zu 50 Minuten Verspätung. Wieviel Arbeiter an der Baustelle im Verlauf der Main-Weser-Bahn (Kassel-Frankfurt) eingesetzt waren, dazu wollte die Bundespolizei keine Angaben machen. (ing)

Rubriklistenbild: © Fischer/HNA

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