Neue Erkenntnisse zu Verhalten von Busfahrer bei Unfall in der Nähe von Rothwesten

Busfahrer half nicht mit Feuerlöscher - Zeugen: Situation bedrohlich

Was geschah tatsächlich am Unfallort? Die Polizei will den Busfahrer der Firma Brundig aus Witzenhausen befragen. Archivfoto:  Kisling

Fuldatal/Immenhausen. In dem Fall des Busfahrers der Witzenhäuser Firma Brundig, dem zwei Ersthelfer vorwerfen, im Dezember 2013 bei einem Unfall zwischen Immenhausen-Holzhausen und Fuldatal-Rothwesten keinen Feuerlöscher herausgegeben zu haben, gibt es weitere Zeugenaussagen:

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Wie Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch auf HNA-Anfrage erklärte, hat sich ein Studentenpaar aus Fuldatal gemeldet, das an dem fraglichen Sonntagabend in dem Bus der Linie 40 saß. Gegenüber der Polizei hätten die jungen Leute angegeben, der Bus sei in Schrittgeschwindigkeit an die Unfallstelle herangefahren. Zu diesem Zeitpunkt hätten zwar noch Flammen aus der Motorhaube des VW Polo gezüngelt, allerdings habe sich niemand mehr in dem Kleinwagen befunden.

Laut Jungnitsch berichteten die Studenten von Schlägen gegen den Bus, die die Zeugen durchaus als sehr bedrohlich empfunden hätten. In der Nähe der Unfallstelle hätten sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Personen aufgehalten, am Fahrbahnrand hätten mehrere Autos gestanden. Der Busfahrer habe mit Personen außerhalb des Busses diskutiert und dann sinngemäß erklärt, dass er keinen Feuerlöscher habe. Zudem habe er argumentiert, den Weg für Rettungsfahrzeuge freimachen zu müssen und sei weitergefahren. Nach kurzer Zeit sei dem Bus laut der Zeugen dann die Feuerwehr entgegen gekommen, so Jungnitsch.

Nach seinen Angaben hat die Polizei inzwischen das Busunternehmen angeschrieben und gebeten, den Namen des Fahrers zu nennen. „Er wird aber nicht als Beschuldigter geführt“, sagte der Polizeisprecher. Gegenwärtig liefen lediglich Vorermittlungen wegen des Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung.

Laut Polizei wird der Fall der Kasseler Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt. Die Ermittlungsbehörde werde der Frage nachgehen, ob ein Anfangsverdacht wegen unterlassener Hilfeleistung vorliegt.

Gegenüber der HNA hatte Brundig-Fahrdienstleiter Harald Brill im Dezember erklärt, der Busfahrer habe sich durch das Verhalten der Ersthelfer bedroht gefühlt. Tatsächlich sei ein Feuerlöscher an Bord des Busses gewesen.

Archivfoto: nh

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