Viele öffentliche Flächen in Kaufungen sind ungepflegt – Ab 2015 werden keine Saisonkräfte mehr beschäftigt

Unkraut: Viele öffentliche Flächen in Kaufungen sind ungepflegt

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Unkraut überwuchert das Pflaster

Kaufungen. Viele Kaufunger haben den Eindruck, dass es in der Gemeinde schon einmal ordentlicher ausgesehen hat. Unkraut macht sich auf immer mehr breit.

„Herzlich willkommen“ steht auf dem farbenfrohen Schild am Ufer der Losse in Niederkaufungen. Die Tafel weist Touristen, die auf dem Herkules-Wartburg-Radweg unterwegs sind, den Weg zu den Sehenswürdigkeiten der Lossetalgemeinde.

Der Bereich um das Schild in der Mittelstraße zählt allerdings nicht dazu. Das Pflaster ist von Unkraut überwuchert. Wer sich auf der Bank unter dem nahen Baum niederlässt, muss aufpassen, dass er von der Spontanvegetation nicht an der Nase gekitzelt wird. Hier ist seit Monaten nichts mehr gemacht worden.

Auch die Treppen, die vom Ortskern hinauf zum historischen Stiftsareal führen, haben schon bessere Zeiten gesehen. Im Rathaus ist man sich des Problems bewusst. Dass die öffentlichen Flächen nicht mehr so intensiv gepflegt werden wie noch vor ein paar Jahren, hängt mit der angespannten Finanzsituation zusammen. Saisonkräfte, die die Mitarbeiter des Bauhofes viele Jahre bei der Pflege der Grünanlagen unterstützten, konnten in diesem Jahr nicht eingestellt werden.

Der Grund: Die Kommunalaufsicht beim Landkreis Kassel versagte dem 2012er-Haushalt wegen eines Fehlbetrags von 2,1 Millionen Euro die Zustimmung und verordnete der Gemeinde ein Konsolidierungsprogramm, das das Parlament Ende Juni beschloss. Bis 2015, so die Vorgabe der Aufsichtsbehörde, muss der Fehlbetrag halbiert werden.

Nach Auskunft von Kämmereileiterin Susanne Schmidt-Osterberg wurde der aktuelle Etat inzwischen genehmigt. Am kommenden Montag entscheidet der Gemeindevorstand darüber, ob für den Rest der Saison drei Hilfskräfte für den Bauhof eingestellt werden, um die „gewohnten und lieb gewonnenen Zustände wiederzuerlangen“, wie es Bürgermeister Arnim Roß (SPD) formuliert. Er stellt aber auch klar, dass die Saisonkräfte ab 2015 wegfallen werden. Die gewohnten und „über einen langen Zeitraum gepflegten Serviceleistungen des Bauhofes“ müssten dann unter den „Vorbehalt der zeitlichen Ressource“ gestellt werden.

Die Zeit bis 2015 werde die Gemeinde nutzen, „um die Gestaltung der Grünanlagen und Beete so zu verändern, dass sie vom Bauhof aus dem Bestand heraus gepflegt werden können, sagte der Bürgermeister. „Unser Ziel ist und bleibt ein schönes und gepflegtes Ortsbild.“

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