Bürgerversammlung in Söhrewald

Einwohner kritisieren Aus für Waldschwimmbad

Söhrewald. Die Gemeinde Söhrewald muss sparen und hat ein striktes Konsolidierungsprogramm aufgelegt. Den Haushalt der 5000-Einwohner-Gemeinde drücken rund 1,5 Millionen Euro Schulden.

Von den Sparplänen betroffen ist unter anderem das Waldschwimmbad in Wattenbach, das geschlossen werden soll, wenn nicht andere Geldquellen aufgetan werden.

Für die Kinderbetreuung müssen Eltern nun mehr bezahlen. Bei einer Bürgerversammlung, zu der der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Peter Harz, eingeladen hatte, diskutierten rund 60 Interessierte über die Pläne. Rede und Antwort stand ihnen auch Bürgermeister Michael Steisel (SPD).

Für viel Unmut unter den Bürgern sorgt die Absicht, das Waldschwimmbad zu schließen. „Es ärgert mich sehr, dass es geschlossen werden soll, ohne die Bürger vorher ausreichend zu informieren“, sagt Uta Erdmann. Sie engagiert sich mit anderen dafür, einen Förderverein zu gründen, um das Schwimmbad zu erhalten.

Auch Jörg Braunisch ist enttäuscht über die Pläne: „Es muss erhalten bleiben. Das Schwimmbad steigert den Freizeitwert der Gemeinde, die auch ein Naherholungsgebiet ist.“ Er wäre bereit, dafür mehr Eintritt zu zahlen. „Eine Tageskarte für Erwachsene kostet zwei Euro, eine Jahreskarte für Familien 40 Euro. Das ist sehr oder zu günstig.“

Erdmann und Braunisch stehen mit ihrer Meinung nicht alleine da. Viele Bürger kritisieren, dass an der falschen Stelle gespart werde. Einige gaben zu bedenken, dass auch der Rückbau des Schwimmbades samt Entsorgung Geld koste. „Das wird für die Gemeinde teuer.“

Dass die Kita-Gebühren erhöht wurden, hält Cindy Jakobshagen für nicht gerechtfertigt. Die Mutter von zwei Kindern fragt: „Für was soll ich mehr Geld bezahlen, wenn in den Sommerferien nicht gewährleistet ist, dass auf jeden Fall ein Kindergarten geöffnet hat?“ Wenn beide Elternteile berufstätig sind, sei das schwierig.

Auch Daniel Emmeluth ärgert es, dass die Gebühren immer teurer werden. Für zwei Kinder zahle er rund 350 Euro pro Monat. „Das ist eine Belastung für eine junge Familie“, sagt er. Hinzu komme, dass man in der Regel zur Arbeit pendeln und dafür zwei Autos unterhalten müsse. Andere betroffene Eltern meinten, dass teure Gebühren eine Gemeinde für Familien unattraktiv machen.

Gespräche mit Vereinen

Ob künftig noch weitere Gebühren oder Steuern, beispielsweise die Grundsteuer, in der Gemeinde erhöht würden – diese Frage blieb offen. Bisher gebe es dazu, so die Gemeindevertreter, keine Beschlüsse. Ebenso blieb offen, ob den Vereinen „weiterhin unter die Arme gegriffen wird.“ Für dieses Jahr bleibt laut Peter Harz alles, wie es ist. Allerdings werde man mit den Vereinen Gespräche führen, wo Einsparungen möglich sind. Fotos: Helga Kothe, Archiv

Ein Förderverein zur Rettung des Waldschwimmbads gründet sich heute ab 17 Uhr im Freibad in Wattenbach.

Von Helga Kristina Kothe

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