Marco Lenarduzzi vom Naturpark erklärt, wie man sicher auf dem Meißner wandert

„Uns geht keiner verloren“

Hilfe für den Notfall: Marco Lenarduzzi zeigt einen der Notfallpunkte, die an der Loipe im Naturpark Meißner - Kaufunger Wald das Auffinden von Verletzten erleichtern sollen. Fotos: Szamborzki

Hoher Meissner. Zugegeben, es ist selten, dass Spaziergänger auf dem Hohen Meißner vermisst werden. Marco Lenarduzzi muss lange überlegen. „Die meisten wissen, worauf sie sich einlassen“, sagt er. Mit Ausnahme der Vermissten vom Silvester-Abend erinnert sich der Geschäftsführer des Naturparks Meißner - Kaufunger Wald nur an einen lange zurückliegenden Fall. „Die Wanderwege sind so gut beschildert, dass man sich eigentlich nicht verlaufen kann.“ Das gelte vor allem für die Premiumwanderwege.

Unterschätzte Dunkelheit

Gerät man jedoch in dichten Nebel oder ohne Taschenlampe in die Dunkelheit, könne man dennoch schnell die Orientierung verlieren, weiß Lenarduzzi. „Dann bekommt man schnell Panik.“ In solchen Fällen bleibe nur der Griff zum Handy, um Hilfe anzufordern. Doch woher wissen die Helfer, wo sie suchen sollen? „Wichtig ist, dass man nicht nur ein Handy mit aufgeladenem Akku dabeihat, sondern sich unterwegs auch Landmarken merkt“, rät Lenarduzzi. So könne man der Rettungsleitstelle zumindest beschreiben, wo man sich ungefähr befindet, etwa in der Nähe der Struthwiese. Das gelte auch bei Unfällen auf Wanderwegen oder Loipen, wenn Verletzte schnell geborgen werden müssen. „Nicht dass die Helfer erst die ganze Strecke absuchen müssen.“

„Es ist bei uns im Wald noch keiner liegen geblieben.“

Marco Lenarduzzi

Bei der Bestimmung der Position helfen auf dem Meißner neben den Wanderwegweisern auch die gelben Tafeln der Notfallpunkte, mit denen der Naturpark an der Loipe besondere Punkte markiert. Die grünen Rettungspunkte von Hessen-Forst an größeren Straßen oder Parkplätzen zeigen einen Zahlencode, mit dem die Rettungsleitstelle die Position des Anrufers bestimmen kann. Sie dienen zudem als Treffpunkt für Retter und Anrufer.

Allerdings gibt es auf dem Meißner je nach Netzbetreiber nicht überall Handyempfang. Dann sollte man ein Stück zurückgehen, bis der Empfang besser sei, betont Lenarduzzi. Aber er warnt, dafür den Weg zu verlassen.

Die Helfer am Meißner sind für alle Fälle gerüstet. Verletzte Langläufer oder Wanderer können bis zu einer Schneehöhe von einem Meter gerettet werden, berichtet Lenarduzzi. Dann rückt die Bergwacht an, die zum Deutschen Roten Kreuz gehört. Die Leitstelle alarmiert die ehrenamtlichen Helfer, wenn eine Rettung besonders schwierig wird. „Wir sind fürs unwegsame Gelände zuständig“, sagt Konrad Bernhardt, der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Hoher Meißner. Bei Rettungen im Schnee nutzen die Helfer laut Bernhardt einen Motorschlitten, der auch den Notarzt ins Gelände bringen kann. Außerdem könne ein Verletzter so mit einem Anhänger liegend zur nächsten Straße transportiert werden, wo der Rettungswagen wartet.

Die beste Rettung sei aber eine gute Planung, sagt Lenarduzzi. Kostenlose Karten für Wanderer und Langläufer gibt es beim Infozentrum des Naturparks in Frankershausen, in vielen Gaststätten und unter www.naturpark-mkw.de

Von Friederike Szamborzki

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