Gediegenes Eisen wurde am Bühl gefunden – Neues Exponat der Geschichtswerkstatt

Ein unscheinbarer Schatz

Altes Eisen in neuer Vitrine: Über das Stück Eisen in gediegener Form, das Dr. Udo Schlitzberger (ganz rechts) und Dr. Kai Füldner (Zweiter v. rechts), Museumsleiter Naturkundemuseum Kassel, als Leihgabe für die Dauerausstellung Bühl überreichten, freuen sich von links die Mitglieder der Geschichtswerkstatt Ahnatal Wilfried Zaun und Rolf Mantel sowie Bürgermeister Michael Aufenanger. Foto: Sommerlade

Ahnatal. Auf den ersten Blick wirkt das dunkelbraune Stück in den Händen von Dr. Udo Schlitzberger recht unscheinbar. Doch die Sorgfalt, mit der der ehemalige Landrat das Exponat in der Vitrine in den Räumen der Geschichtswerkstatt im alten Rathaus in Ahnatal verstaut, lässt bereits erahnen, dass es sich bei der Leihgabe um etwas Kostbares handelt.

„Bei diesem wertvollen Stück handelt es sich um gediegenes Eisen, das am Bühl gefunden wurde“, so Schlitzberger. Gemeinsam mit Dr. Kai Füldner, Leiter des Naturkundemuseums Kassel, war Schlitzberger in die Räume der Geschichtswerkstatt gekommen, um ein Stück des seltenen Eisens an Bürgermeister Michael Aufenanger und die Mitglieder des Geschichtsvereins für die Dauerausstellung Bühl zu überreichen und gleichzeitig über das Bühleisen zu informieren.

Eisen in gediegener Form ist demnach eine Seltenheit. „Das wohl größte Vorkommen befindet sich auf der Insel Disko auf Grönland. In die Fachliteratur sind aber auch die Funde vom Bühl eingegangen. Sie haben weltweit eine Spitzenstellung“, betonte Schlitzberger. „Im Hinblick auf gediegenes Eisen ist der Bühl ein Fundort par excellence.“

Einschlüsse von Bühleisen habe es in der Hauptabbauphase des ehemaligen Bergwerks wohl reichlich gegeben. „Das belegt die umfangreiche historische Sammlung, die Ferdinand Friedrich Hornstein zusammengestellt hatte“, wusste Schlitzberger. Der 1816 in Kassel geborene Naturwissenschaftler sammelte seinerzeit mehr als 200 Stücke. Fast die gesamte Sammlung wurde nach seinem Tod im Jahr 1897 dem Senckenbergmuseum in Frankfurt überlassen. Einige Stücke befinden sich aber auch im Kasseler Naturkundemuseum.

Schon vor längerer Zeit hatte Schlitzberger sein Interesse am Bühleisen bekundet und eine Leihgabe für die Bühlausstellung erwogen. „Bei einer Neuerfassung der geologischen Sammlung im Naturkundemuseum sind wir auf das gediegene Eisen aufmerksam geworden“, erklärte Dr. Füldner. „Ich erinnerte mich dann an die Anfrage des ehemaligen Landrats und habe sofort alles für die Leihgabe in die Wege geleitet. Die Ausstellung unterstützen wir besonders gern.“

Entsprechend groß war die Freude bei den Geschichtsvereinsmitgliedern. „Das ist eine große Bereicherung für unsere Ausstellung und zeigt, welche Schätze im Bühl schlummerten“, freute sich der Vorsitzende Rolf Mantel.

Von Martina Sommerlade

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