Bakterien: Bad in Sandershausen vorerst geschlossen

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Badeteich braucht wieder Hilfe: Der Schwimm- und Badeteich in Sandershausen ist seit Montag wegen einer Verunreinigung durch Bakterien geschlossen. Wie lange die Badegäste auf den Sprung ins kühle Nass verzichten müssen, ist noch unklar.

Niestetal. Nach fünf Jahren ohne Probleme ist das Naturerlebnisbad in Sandershausen seit Montag wegen Keimbelastung wieder geschlossen worden.

Der Grund sind Bakterien des Stamms Pseudomonas aeruginosa, die in einer Probe des Badewassers gefunden wurden. Wie sie ins Wasser gelangt sind, ist noch nicht bekannt.

Am vergangenen Mittwoch hatte das Kasseler Labor für Umweltanalytik (Umlab) die Probe in Niestetal gezogen. Am Montag stand das Ergebnis fest: Im Badewasser wurden 120 KBE (koloniebildende Einheiten pro 100 Milliliter) des Bakteriums gefunden. Der Grenzwert liegt bei 10 KBE. Die Gemeinde ließ den Badesee daraufhin sofort schließen.

„Es ist ärgerlich, aber wir wollen nichts riskieren“, sagte Gemeindesprecher Dennis Bachmann der HNA.

Am Dienstag wurde eine weitere Wasserprobe genommen. Das Ergebnis wird für Freitag erwartet. Dann will die Gemeinde entscheiden, ob wieder gebadet werden kann.

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„Wir wissen, dass das Bad funktioniert. Es kann sich nur um eine Ausnahme handeln“, meinte der Gemeindesprecher. Nach Problemen in den Anfangsjahren habe sich die biologische Reinigung bewährt. Die Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer habe dem Niestetaler Badeteich für die Saison 2011 eine sehr gute Qualität bescheinigt, auf einer Skala von 1 bis 4 kam das Naturerlebnisbad auf einen hervorragenden Wert von 1,4.

„Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa gehört zu den böseren Gesellen“, sagte der stellvertretende Leiter des Kreisgesundheitsamts, Dr. Markus Schimmelpfennig, auf Nachfrage. Der Keim könne Wundinfektionen, Ohrenentzündungen, Harnwegsinfekte und Lungenentzündungen verursachen. Die vorläufige Schließung sei daher vernünftig. Der Keim besiedele Menschen, Tieren, Pflanzen, auch in der Erde sei er zu finden. Es gebe auch harmlose Varianten des Bakteriums, zurzeit werde untersucht, um welchen Stamm es sich handele.

Laut Gesundheitsamt sind die Grenzwerte für Pseudomonas aeruginosa von Bundesland zu Bundesland verschieden; in Niedersachsen liegt der Wert bei 100 KBE.

Auch die verschiedenen Badegewässer werden unterschiedlich beurteilt. So muss der Wert in gechlorten Schwimmbädern gleich Null sein. Für den Kasseler Buga-See dagegen gibt es für dieses Bakterium überhaupt keinen Grenzwert, hier wird es daher auch nicht gemessen.

Von Holger Schindler

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