Geplantes Zentrum für Erneuerbare Energien

Unsicherheit über Solarpläne

Sonnendach: 3500 Quadratmeter groß ist das freistehende Fotovoltaikdach, das angrenzend an die Richter-Hallen neu errichtet wurde. Die Hallendächer wurden ebenfalls mit Solarelementen bestückt. Foto: Schindler

Lohfelden. Wird das geplante Zentrum für Erneuerbare Energien (ZEED), das in Lohfelden in den früheren Richter-Hallen geplant ist, tatsächlich verwirklicht?

Diese Frage stellen sich viele in Lohfelden nach Meldungen über wirtschaftliche Probleme und Entlassungen bei der Kirchner Solar Group (KSG, Alheim), der Muttergesellschaft von ZEED.

Indessen gibt es auch Spekulationen über den Kaufpreis, von dem bisher nur ein kleiner Teil bezahlt sein soll.

Bürgermeister Michael Reuter (SPD) will sich von KSG-Geschäftsführer Lars Kirchner persönlich über die Situation in Kenntnis setzen lassen. „Wir haben uns auf einen Termin noch in diesem Jahr verständigt“, sagte der Verwaltungschef. Reuter will erfahren, ob das Vorzeigeprojekt in Gefahr gerät oder – trotz abgesprungener Partner aus der krisengeschüttelten Solarbranche – verwirklicht werden kann.

Die Gemeinde Lohfelden stehe weiterhin voll hinter dem Konzept, „wir müssen jetzt vor allem Ruhe bewahren“, sagte der Bürgermeister, der nach dem Gespräch mit dem Solar-Unternehmer die Fraktionen informieren will.

Die Rahmenbedingungen für die Solarbranche und die erneuerbaren Energien, so Michael Reuter, seien derzeit schwierig. Er habe deshalb vollstes Verständnis für Entscheidungen, die das Alheimer Unternehmen zur Erhaltung seiner wirtschaftlichen Stabilität treffen müsse.

Fest steht, dass die Industriehallen immer noch an die Firma Alstom für die Fertigung von Apparaten der Petrochemie vermietet sind.

Die Kirchner Solar Group will dem Vernehmen nach an den Plänen für ZEED festhalten, zu denen auch ein Hotel und Erlebnisbereiche in der Elektromobilität gehören.

Das Unternehmen hatte die Hallen nach dem Erwerb mit einer neuen Heizung ausgestattet und die Hallendächer einschließlich eines neuen Vordachs mit Fotovoltaikmodulen bestückt. Hieran haben sich auch Lohfeldener Bürger finanziell beteiligt. Auf dem Außengelände und in der Grünen Mitte sollen, so der bisherige Plan, weitere Solaranlagen aufgestellt werden.

Auch die Gemeinde Lohfelden ist nicht untätig gewesen. Sie hat einen Bebauungsplan aufgestellt, um Baurecht für das Ausstellungs- und Technologiezentrum zu schaffen, und Pläne für den Ausbau der Langen Straße entwickelt. Die Straßenbaumaßnahme ist im Gemeindehaushalt mit 600.000 Euro veranschlagt.

Wie es mit dem Zukunftsprojekt in Lohfelden weitergehen kann, sei von der Branchenentwicklung abhängig, sagte Lars Kirchner vor einer Woche. Für eine aktuelle Stellungnahme zu den Aussichten des Großprojektes und der Zukunft von ZEED war der KSG-Geschäftsführer nicht zu erreichen.

Von H.-P. Wohlgehagen und Holger Schindler

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