Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt ein altes Arbeitsgerät für Pflasterarbeiten

Unter Einsatz von Muskelkraft

Rund 35 Kilogramm schwer: Horst Fehr vom Kutschenmuseum in Lohfelden mit einer historischen Pflaster-Ramme. Foto:  Wienecke

Lohfelden. Für kleine Reparaturen auf seinem Hof kann Horst Fehr vom Hessischen Kutschen- und Wagenmuseum in Lohfelden die historische Ramme gut gebrauchen. Lose Teile des Kopfsteinpflasters kann er beispielsweise damit wieder festklopfen.

Heutzutage werden für solche Arbeiten Verdichter und Rüttelplatten verwendet. Die etwa 80 Jahre alte Pflaster-Ramme, die optisch jedoch eher an einen Presslufthammer erinnert, stammt noch aus dem Bestand des Pflastermeisters Fehr aus Lohfelden.

Das Vorkriegsmodell besteht aus einem Holzbügel und einer Massivmetallspitze, die Gewicht in das etwa 35 Kilogramm schwere Arbeitsgerät bringt. Zu der Ramme gehört noch ein nostalgischer Holzsitz, der einem Melkschemel ähnelt. Ein Pflasterhammer für feinere Arbeiten ergänzt das Set. „Seine Form hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht mehr verändert“, weiß Horst Fehr.

„Bei großen Flächen standen die Pflasterer in Reihe“, berichtet er. „Mit menschlicher Muskelkraft muss man die Ramme zunächst nach oben bewegen, dann kann jedoch das Fallgewicht genutzt werden“, erläutert der Crumbacher. Es sei auch leichter, Pflaster in Bögen als in Reihen zu verlegen, meint er.

„Natursteine sind nicht gleich groß. Daraus Reihen zu bilden, ist schwierig.“ Auch vom Bewegungsablauf des Pflasterers her sei es einfacher, Bögen zu legen. Am einfachsten arbeite ein Steinsetzer in Armlänge im Halbkreis um sich herum.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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