Zahl der Asylbewerber im Landkreis Kassel steigt dramatisch – Unterbringung wird schwieriger

Unterkünfte dringend gesucht

Voll belegt: Auch das frühere Freizeitheim Rotte Breite bei Nieste wird für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. Dort gibt es 34 Plätze für Asylbewerber. Im kommenden Jahr muss der Landkreis weitere Gemeinschaftsunterkünfte schaffen. Die Standorte stehen noch nicht fest. Archivfoto: Stier

Kreis kassel. Die steigende Zahl der Asylbewerber, die nach Deutschland kommen, stellt den Landkreis Kassel zunehmend vor Probleme.

Weil die sechs Gemeinschaftsunterkünfte in Wolfhagen, Vellmar, Helsa, Nieste und Fuldatal mittlerweile voll belegt sind und auch nicht genügend Privatwohnungen zur Verfügung stehen, muss die für die Unterbringung zuständige Kreisverwaltung im nächsten Jahr wahrscheinlich weitere Gemeinschaftsunterkünfte schaffen.

Noch nicht spruchreif

„Wir stehen in Verhandlungen, noch ist aber nichts spruchreif“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Einen lokalen Schwerpunkt bei der Unterbringung werde es nicht geben. Laut Kühlborn wird es voraussichtlich in allen Kreisteilen neue Gemeinschaftsunterkünfte geben. Gegenwärtig werden im Landkreis Kassel 560 Asylbewerber betreut, im kommenden Jahr könnten es laut Kühlborn bereits 1000 sein.

Die meisten Zufluchtsuchenden (100 Personen) sind zurzeit in einer Gemeinschaftsunterkunft in Fuldatal-Ihringshausen untergebracht, die ein Privatunternehmen im Auftrag des Landkreises betreibt.

„Aktuell gelingt die Unterbringung der durch das Land Hessen zugewiesenen Flüchtlinge nur durch die Akquise von Privatwohnungen.“

Susanne Selbert, Vize-Landrätin (SPD)

In der früheren Pommern-Kaserne in Wolfhagen, wo gegenwärtig 95 Asylbewerber leben, entsteht für knapp 100 000 Euro eine Gemeinschaftsunterkunft für weitere 95 Flüchtlinge. Unterkünfte betreibt der Kreis zudem im früheren Hotel Rosengarten in Vellmar (48 Plätze), in zwei Wohnungen in Helsa (24 Plätze), im früheren Freizeitheim Rotte Breite bei Nieste (34 Plätze) sowie in vier Fuldatal-Rothwesten (20 Plätze).

Die Miete zahlt der Kreis

In 19 der 29 Kreiskommunen leben insgesamt 230 Flüchtlinge in Privatwohnungen. Die Mietverträge werden zwischen ihnen und den Vermietern geschlossen, die Miete zahlt der Kreis. Diese Form der Unterbringung ist nach Einschätzung von Vize-Landrätin Sozialdezernentin Susanne Selbert (SPD) wegen der besseren Integration vor allem von Familien zu bevorzugen; aber auch aus praktischen Gründen führe kein Weg an dieser Variante vorbei. „Aktuell gelingt die Unterbringung der durch das Land Hessen zugewiesenen Flüchtlinge nur durch die Akquise von Privatwohnungen“, so Selbert.

Diese soll nun noch einmal verstärkt werden. Die Möglichkeit, Wohnungen an Asylbewerber vermieten zu können, sei noch nicht allen Vermietern bekannt, so Kreissprecher Kühlborn. Die Erfahrungen damit seien gut.

Informationen: Fachbereich Soziales der Kreisverwaltung unter der Telefonnummer 0561/1003-1427. HINTERGRUND,

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Von Peter Ketteritzsch

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