Unternehmer Wenzel feiert 80. Geburtstag: „Waldhotel ist mein Lebenswerk“

Espenau/Kassel. Er ist einer der Pioniere der heimischen Gastronomie und ein Unternehmer, der sich auch privat für viele Projekte in seiner Heimat einsetzt - wie zum Beispiel die Sanierung der Putten von Schloss Wilhelmsthal. Heute feiert Helmut Wenzel, Besitzer und Chef des Hotels Schäferberg in Espenau, seinen 80. Geburtstag.

Im Waldhotel steckt Helmut Wenzels Herzblut. „Es ist mein Lebenswerk“, sagt er. Denn es war das erste Projekt, das der damals erst 25-Jährige anpackte. 1959 kaufte die Familie ein etwas heruntergekommenes Gebäude in Schäferberg. „Das war ein kleines Ausflugslokal mit sechs Zimmern, einem gammeligen Saal und einer Tankstelle an der Bundesstraße“, erinnert sich der Unternehmer.

Daraus machte Wenzel das Waldhotel Schäferberg. Heute zählt es mit mehr als 100 Zimmern, Restaurants und Seminarräumen zu den führenden Häusern in der Region. Die zahlreichen Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Betrieb reibungslos läuft - seit 1964 mit tatkräftiger Unterstützung von Wenzels Ehefrau Ingrid. Umgerechnet rund zwölf Millionen Euro investierte der Gastronom allein seit 1987 in die Anlage. „Wir haben gebaut wie die Weltmeister“, sagt er.

Mit dem Waldhotel begann der Aufstieg des Jungunternehmers zum bekannten Kasseler Gastronomen der 1970er-Jahre. Denn 1967 pachtete der damals 33-Jährige die Gastronomie der Kasseler Stadthalle und war 25 Jahre lang Gastgeber großer Tagungen und Bälle. Weitere Betriebe kamen hinzu, darunter der Kasseler „Ratskeller“, laut Wenzel die gute Stube der Stadt, und der „Kropfwirt“, der in dieser Zeit so nett mit dem Slogan „Fangen Sie mit uns ein Bratkartoffelverhältnis an!“ warb.

Eine Karriere, die nicht verwundert, wenn man einen kurzen Blick auf die Familienlinie des passionierten Jazzliebhabers - regelmäßig treten Bands in seinem Hotel auf - wirft: Denn schon Großvater Ludwig Wentzell - der Name schrieb sich damals so - engagierte sich in der Gastronomie und verschmolz in Kassel die gleichnamige alte Dampf-Bierbrauerei mit anderen Firmen zur Herkulesbrauerei.

Von sich selbst sagt der 80-Jährige, der seit 1992 beruflich kürzertritt: „Ich bin halt der Kaufmann. Und das macht mir immer noch Spaß.“ Zum Geburtstag wünscht Helmut Wenzel sich, „dass ich mit meiner Frau noch lange und gesund leben kann“. Und: „Dass die Menschen wieder mehr Respekt voreinander haben.“

Die Nachfolge in der Führung des Waldhotels hat er schon geregelt. Axel Brandt, seit mehr als 15 Jahren im Unternehmen, wird den Chefsessel übernehmen. „Dann werde ich mir im Hotel einen Stuhl an einen kleinen Ofen in der Ecke stellen und meine Erfahrung weitergeben, wenn ich gebraucht werde“, scherzt Helmut Wenzel.

Kontakt: Waldhotel Schäferberg, Telefon 05673/996-0, E-Mail: info@schaeferberg.de

Internet: www.waldhotel-schaeferberg.de

Vor dem Waldhotel Schäferberg in Espenau: Unternehmer Helmut Wenzel aus Espenau feiert heute seinen 80. Geburtstag.

Zur Person

Helmut Wenzel, 80, wurde in Kassel geboren, besuchte zuerst die Wilhelmsschule, wechselte danach an die Wirtschaftsoberschule mit Abschluss Abitur. Es folgte die kaufmännische Ausbildung im elterlichen Betrieb. Neben seinem Beruf als Gastronom und Hotelier engagierte sich

Wenzel unter anderem in diversen Berufsverbänden, als Richter am Arbeitsgericht und im Präsidium der Industrie- und Handelskammer (IHK). Für sein Engagement wurde Helmut Wenzel mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Wenzel ist seit 50 Jahren mit Ehefrau Ingrid verheiratet. Er hat zwei erwachsene Kinder und vier Enkel. (swe)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.