Amtsgericht verurteilte 41-Jährigen zu Bewährungsstrafe – Rechnungen an Tankstelle nicht bezahlt

Unternehmer wurde zum Betrüger

Niestetal / Kassel. Als Transportunternehmer hatte sich ein 41-Jähriger Ende 2009 im östlichen Altkreis Kassel selbstständig gemacht, doch die Geschäfte liefen nicht gut. Das war nicht der Grund, weshalb er am Dienstag auf der Anklagebank des Kasseler Amtsgerichts saß. Die Staatsanwaltschaft warf ihm Betrug vor, er soll mehrfach am Aral-Center in Niestetal-Heiligenrode getankt oder eingekauft und dann nicht bezahlt haben. Der Schaden beläuft sich auf 1500 Euro.

Nachdem er das Unternehmen gegründet hatte, berichtete der 41-Jährige dem Gericht, habe er zunächst einige Großaufträge bekommen. Bald gab es Probleme. Weil er Aufträge nicht ordnungsgemäß erledigte, bekam er weniger Geld als vereinbart. Und dann soll die Leasing-Firma, bei der er seine beiden Fahrzeuge gemietet hatte, mehrere Raten gleichzeitig abgebucht haben. Dem Tankstellenbetreiber in Heiligenrode habe er erklärt, „dass es ein bisschen eng ist“. Dort hatte er zunächst bar bezahlt, dann bekam er eine Stationskarte, mit der er tanken und einkaufen konnte, bezahlen konnte er später.

Doch als der Tankstellenbetreiber im März 2010 die erste Rechnung stellte, blieb die offen. Die Karte wurde daraufhin gesperrt. Als der Angeklagte 300 Euro zahlte, ließ sich der Tankstellenpächter erweichen und gab die Karte wieder frei.

Im Gerichtssaal machte sich der Pächter Vorwürfe, „blauäugig“ gewesen zu sein. Denn der 41-Jährige tankte weiter, obwohl er wusste, dass er kein Geld hatte. „Plötzlich“, erinnerte sich der Tankstellenbetreiber, „war er von der Bildfläche verschwunden.“

Er habe „einen großen Bogen um die Tankstelle gemacht“, weil er „nicht den Arsch in der Hose hatte“, die Sache zu klären, sagte der Angeklagte kleinlaut. Es stellte sich heraus, dass er bereits im Februar 2010 eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hatte. Im Juni 2010 musste er seine gerade erst gegründete Firma wieder dichtmachen.

Vor Gericht saß er nicht zum ersten Mal. Unter anderem ist er einschlägig wegen Betruges vorbestraft, damals hatte er Waren bestellt und nicht bezahlt. Gleichwohl kam er am Dienstag mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr davon, die Bewährungszeit dauert drei Jahre.

Außerdem machte das Gericht zur Auflage, dass er in Monatsraten von 100 Euro den Schaden begleicht. Das Gericht rechnete es ihm an, dass er den Betrug – zumindest teilweise – eingeräumt hatte.

Weil er inzwischen einen festen Job hat und verheiratet ist, konnte ihm eine positive Sozialprognose gestellt werden. „Ich entschuldige mich, ich werde den Schaden zurückzahlen“, versicherte der 41-Jährige am Ende des Prozesses. (pas)

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