Elektor-Fahrrad: Unterwegs im Batterie-Betrieb

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Kein Verbrennungsmotor: Michael Schade (links), Entwicklungsingenieur bei VW in Baunatal, erklärt Werner Gaspard, Abteilungsleiter Energie und Verkehr im Umweltministerium des Saarlands, die Technik des E-Golf. Fotos: Schräer

Fuldatal. Werner Gaspard ist der Erste, der sich in den Sattel des Pedelec schwingt. Der Abteilungsleiter Energie und Umwelt des saarländischen Umweltministeriums tritt in die Pedale des aufgebockten Elektro-Fahrrades. Das steht im Testzentrum des Fraunhofer Iwes in Rothwesten.

Gaspard gehört zu einer Gruppe von 40 Personen, Experten aus allen Verkehrsministerien der Bundesländer, die sich am Mittwochabend im Testzentrum über die Forschungen im Bereich E-Mobilität informieren. Gleichzeitig sitzen ihre Chefs, die Minister, in Kassel bei Kamingesprächen zusammen.

Das Verhalten von Batterien im Fahrrad werde mittels Computerprogramm simuliert, erklärt Diplom-Ingenieur Dominik Schledde vom Fraunhofer Iwes. Bildschirme informieren über Ladeleistung und Spannung, zeigen dem Fahrer die vorgegebene Strecke und sein aktuelles Verhalten.

Der 52-jährige Mann aus dem Saarland nutzt nach eigenem Bekunden im Alltag ein Stadtrad und setzt sich in der Freizeit auf sein Rennrad. 5000 bis 6000 Kilometer lege er im Jahr damit zurück. Wenn er älter sei, könne er sich ein E-Bike mit Fahr-Unterstützung, wie es eine Bekannte bereits habe, gut vorstellen. Die hatte ihm bei einem Test deutlich das Rücklicht gezeigt. „Am Berg hatte ich keine Chance“, sagt Gaspard.

Die Forschung in Sachen Batterie-Technik sei das eine, „uns interessiert mehr der praktische Aspekt der E-Mobilität“, sagt Friedemann Kunst, Abteilungsleiter Verkehr beim Berliner Senat für Stadtentwicklung. Schließlich setze Berlin eines von vier Schaufenster-Projekten zur E-Mobilität in Deutschland um, die der Bund mit bis zu 180 Millionen Euro fördere.

Das Pedelec spiele dabei eine wichtige Rolle, um die durchschnittliche Fahrstrecke von Radfahrern zu verlängern von derzeit knapp vier auf bis zu zehn Kilometer. Dazu gehöre auch eine andere Infrastruktur mit besser ausgebauten Radwegen, die auch höhere Geschwindigkeiten erlaubten. 35 verschiedene Projekte will Berlin über drei Jahre testen. Und 4000 bis 5000 E-Autos auf die Straße bringen, vom Bus im öffentlichen Nahverkehr über elektrisch betriebene Lkw für den Lieferverkehr bis zu Pkw in einem Car-Sharing-Modell.

E-Mobil Saar heißt ein Projekt, mit dem sich Werner Gaspard beschäftigt. An 35 Ladestationen sollen E-Autos gemietet werden können, damit man an Endhaltestellen vom öffentlichen Nahverkehr auf diese umsteigen kann. In Rothwesten steigt der 52-Jährige in einen E-Golf, entwickelt in Baunatal und noch nicht auf dem Markt. „Wie man hört, hört man nichts“, sagt er nach dem Start. Und konstatiert am Ende: „Ein angenehmes Fahren.“

HINTERGRUND

Begleitprogramm zu Konferenz

Als einen zusätzlichen Punkt im Begleitprogramm der Verkehrsminister-Konferenz in Kassel von Mittwoch,18. April, bis Donnerstag,19. April, hatten das Kasseler Fraunhofer Iwes und das Regionalmanagement Nordhessen Abteilungsleiter und Referenten aus den Ministerien in das Testzentrum nach Rothwesten eingeladen. Dort erforschen Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts verschiedene Aspekte der E-Mobilität.

An verschiedenen Stationen erfuhren die Gäste etwas über Ladetechnologien oder den Fahrbetrieb eines Elektroautos im Labor. Außerdem konnten insgesamt 13 E-Autos verschiedener Hersteller vom Kleinwagen bis zum Transporter auf dem Gelände der Erler-Anlage getestet werden. (mic)

Von Michael Schräer

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