Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt ein historisches Dokument von 1901

Die Urkunde ehrt den Großvater

Für treue Dienste: Die Ehrenurkunde des Malers und Weißbinders Nikolaus Weißenborn aus Lohfelden-Crumbach. Foto:  Wienecke

Lohfelden. „Dem Maler und Weißbinder Herrn Nikolaus Weißenborn aus Crumbach wird hierdurch als Anerkennung für die von ihm in dem Handwerksbetriebe des Malermeisters August Schäfer während der ununterbrochenen Dauer von 25 Jahren geleisteten treuen Dienste diese Ehrenurkunde ausgefertigt.“

So heißt es auf einer Auszeichnung der Handwerkskammer vom 19. April 1901. „Arbeit ehrt - Arbeit nährt“ ist über der Widmung zu lesen. Zwischen den Darstellungen, die Gewerke wie das Hufschmied-, Schlosser-, Weber- und Goldschmiedhandwerk zeigen, befindet sich ein Schillerzitat: „Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis, ehrt den König seine Würde, ehret uns der Hände Fleiß“. Der Dichter Friedrich Schiller (1759 bis 1805) schrieb „Das Lied von der Glocke“, in dem er die Arbeitsschritte des Glockengießens beschreibt, im Jahr 1799. Es gehört zu den bekanntesten deutschen Gedichten.

Für Horst Fehr vom Hessischen Kutschen- und Wagenmuseum in Lohfelden hat die dekorative Urkunde eine besondere Bedeutung. Schließlich ist Nikolaus Weißenborn sein Großvater, der Vater seiner Mutter. „Er hat sich später dann in seinem Beruf in Crumbach selbstständig gemacht“, erzählt Horst Fehr.

„Die Werkstatt befand sich in seinem Fachwerkhaus in der Herchenbachstraße an der so genannten Drehscheibe, der ersten Bushaltestelle in Lohfelden.“ Die in Hessen übliche Berufsbezeichnung Weißbinder leitet sich von der Verwendung von weißen Farbpigmenten wie Kalk ab, der mit Bindemitteln zu Anstrichfarbe gebunden wurde.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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