In Obervellmar

Urne klar im Trend - Ahnestadt schafft 132 neue Friedpark-Grabstellen

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Bestattungen: Die meisten Friedpark-Gräber gibt es auf dem Friedhof Vellmar-West. Foto: Wewetzer

Vellmar. Kleine pflegeleichte Grabstellen, auf denen nur eine Schale mit Blumen steht, die ein würdiger Ort der Erinnerung sind, ohne den Angehörigen Arbeit zu machen, liegen im Trend. Dem hat sich auch die Friedhofsverwaltung Vellmar angepasst.

Nach Vellmar-West und Niedervellmar hat sie nun für 9000 Euro auch auf dem Obervellmarer Friedhof einen Friedpark-Bereich mit 132 Grabstellen angelegt, der demnächst gebucht werden kann. Ein ähnlich großer Urnengräber-Bereich soll in absehbarer Zeit in Frommershausen geschaffen werden.

Das Verhältnis von Sarggräbern zu Urnengräbern habe sich in den vergangenen 25 Jahren umgekehrt, sagt Günter Pleyer, Leiter des städtischen Bauhofs. Damals hätten 70 Prozent die traditionelle Bestattung und 30 Prozent eine Urnenbestattung gewählt. Heute wähle die große Mehrheit die Feuerbestattung. „Der Trend geht klar zur Urne“, bestätigt Pleyer.

Während in Niedervellmar und Vellmar-West die Urnen mit der Asche der Verstorbenen in kleinen Grabstellen beerdigt werden, die kreisförmig um Bäume angelegt werden, hat die Stadt in Obervellmar ein Grabfeld aus Granit-Stelen errichtet, die jeweils von Granitplatten umsäumt sind. Auf diesen können Angehörige später Schalen mit Blumen ablegen.

Mittlerweile hätten Trauernde „weitestgehend akzeptiert“, dass kein zusätzlicher Grabschmuck möglich sei. In der Vergangenheit habe es allerdings Auseinandersetzungen gegeben. Sogar das Verwaltungsgericht und den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags hätten in einem Fall Trauernde - vergeblich - angerufen. In der Kostenkalkulation für Friedpark-Grabstellen seien nur die Kosten für das Mähen des Grases durch Bauhofmitarbeiter einkalkuliert, keine zusätzlichen Pflegemaßnahmen.

Intime Atmosphäre

Auf dem Friedhof Niedervellmar, dem größten der Stadt, hat man sich auf einen weiteren Trend eingestellt: Längst nicht alle Angehörigen wollen mehr eine große Trauerfeier. Viele wollen - abgeschieden von den übrigen Beerdigungsgästen - in intimer Atmosphäre Abschied vom Verstorbenen nehmen. Deshalb hat die Stadt im Untergeschoss der Trauerhalle für 4000 Euro einen bisher ungenutzten Raum zu einem Abschiedszimmer umgestaltet. Außerdem ist der Vorplatz zur Kapelle für 7500 Euro neu gepflastert worden. Weiterhin ist die bisher undurchsichtige Fensterfront der Trauerhalle neu verglast worden (Kostenpunkt 4000 Euro). Dadurch könnten Trauernde die Beerdigungsfeiern nun auch von außen verfolgen, sagte Pleyer.

Von Peter Dilling

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