Wasserproben der Mülmisch sollen Klarheit bringen

Mülmisch: Ursache für Fischsterben weiter unklar

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Tote Fische in der Mülmisch: Mehrere Dutzend Fischkadaver trieben am Freitag bei Eiterhagen in dem kleinen Nebenfluss der Fulda. Die Ursache ist noch unklar.

Söhrewald / Hess. Lichtenau. Die Ursache für das mysteriöse Fischsterben am vergangenen Freitag in der Mülmisch, einem Nebenfluss der Fulda, ist noch unklar. Das teilten Polizei und die Umweltbehörden des Landkreises sowie des Regierungspräsidiums (RP) Kassel am Montag auf Nachfrage mit.

Zurzeit würden die Wasserproben und Fische untersucht, das Ergebnis werde erst in einigen Tagen vorliegen, hieß es.

Mehrere Dutzend Fischkadaver waren am Freitagabend bei Söhrewald-Eiterhagen in der Mülmisch entdeckt worden und hatten für einen Großeinsatz von Feuerwehren, Umweltbehörden und Polizei gesorgt. Etwa drei Dutzend Helfer und Experten waren im Einsatz.

Untersuchungen vor Ort ergaben, dass zwischen dem Campingplatz Quentel und dem Ort Eiterhagen „der pH-Wert extrem niedrig“ war, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn.

Nicht bestätigt habe sich die anfängliche Vermutung, dass die Basalt AG (BAG), die am Ölberg bei Wattenbach einen großen Basaltsteinbruch betreibt, für das Fischsterben verantwortlich ist. „Das können wir ausschließen“, sagte Kühlborn.

Die BAG sei bereits am Donnerstag vom RP überprüft worden, nachdem Anwohner Mitte vergangener Woche eine Trübung des Flusswassers beobachtet hatten, sagte RP-Sprecher Jörg Wiegel der HNA. Grund dafür war die Einleitung von Steinmehl führendem Abwasser. Die BAG habe eine grundsätzliche Einleiteerlaubnis, allerdings müsse das Wasser durch Absetzung der Schwebstoffe vorgeklärt sein. Die BAG habe seit Donnerstag kein Wasser mehr in die Mülmisch geleitet, sagte Wiegel.

Die Polizei hat mehrere leere Kanister an der Mülmisch sichergestellt. Sie würden untersucht. Ob es einen Zusammenhang zum Fischsterben gebe, wisse man noch nicht. Anhaltspunkte für eine Straftat gebe es bisher nicht, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Am Freitag gegen 20 Uhr war nach Hinweisen aus der Bevölkerung Alarm ausgelöst worden. Neben Polizei und der örtlichen Feuerwehr rückten Experten der Wasserbehörden sowie der Gefahrstoffzug des Kreises an, der in Fuldatal stationiert ist. Er führt die nötige Ausrüstung mit, um Gefahrstoffe nachweisen und Proben nehmen zu können.

Man könne davon ausgehen, dass das Wasser wieder in Ordnung sei, sagte Bürgermeister Michael Steisel, der sich am Freitagabend ebenfalls an der Ursachensuche beteiligte. Am Wochenende seien keine weiteren Fischkadaver gefunden worden.

Von Holger Schindler

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