Er brachte Kreis unter Schutzschrim

Zweite Amtsperiode: Landrat Schmidt tritt 2015 wieder an

Uwe Schmidt

Kreis Kassel. Das SPD-Tandem will weiter für den Landkreis Kassel strampeln: Uwe Schmidt und Susanne Selbert bewerben sich um eine zweite Amtsperiode an der Spitze des Landkreises - er als Landrat, sie als seine Stellvertreterin.

Auf HNA-Anfrage bestätigten Schmidt und Selbert am Dienstag, was seit Langem vermutet wurde. Spätestens Ende März 2015 muss die Direktwahl des Landrats über die Bühne gehen. Rund 194 000 Männer und Frauen zwischen Bad Karlshafen und Baunatal können dann entscheiden, wer die Geschicke des Landkreises bis 2021 lenken soll. 

Als Uwe Schmidt aus der Position des Vize-Landrats (seit 2002) heraus am 1. Juli 2009 ins Amt kam, trat er ein schwieriges Erbe an. Es wird lange dauern, bis er sich aus dem Schatten von Dr. Udo Schlitzberger (SPD) lösen kann, befürchteten selbst viele seiner Genossen. Doch Schmidt emanzipierte sich erstaunlich schnell von dem ebenso hemdsärmeligen wie medienverliebten Tausendsassa aus Calden. Schmidt, der bei der Direktwahl seine CDU-Herausforderin Birgit Kaiser-Wirz aus Lohfelden gnadenlos abgehängt hatte, kultivierte einen neuen Stil: verbindlich, mit feiner Ironie, nie verletzend, wenn nötig aber hart in der Sache. Der studierte Politikwissenschaftler führte den stark verschuldeten Landkreis unter den Finanz-Schutzschirm des Landes. Für Schlagzeilen sorgte der 59-Jährige - er ist das jüngste von elf Geschwistern - aber vor allem mit seinem Vorstoß für eine politische Neuordnung der Region: Gemeinsam mit Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) will er Stadt und Kreis Kassel zu einem neuen Landkreis Region Kassel zusammenlegen. Bei CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier beißen die beiden mit ihrer Idee bislang aber auf Granit.

Mehr zum Landrat lesen Sie auch im Regiowiki der HNA.

Susanne Selbert, Enkelin der Grundgesetz-Mutter Elisabeth Selbert, muss sich zwar nicht einer Direktwahl stellen; die Stellvertreterin des Landrats wird vom Kreistag gewählt. Dort hat die SPD seit der Kommunalwahl vor drei Jahren aber keine Mehrheit mehr. Im Umfeld der jüngsten Bundes- und Landtagswahl wurden der 53-jährigen Mutter von zwei Kindern Ambitionen auf höherere politische Ämter nachgesagt. Jetzt will die Juristin also offenbar bleiben - und hat damit durchaus Chancen, in sieben Jahren Schmidt als erste Landrätin zu beerben. Im Kreishaus an der Wilhelmshöher Allee hat die als umgänglich geltende Politikerin eine Fülle von Zuständigkeiten: Die Bandbreite reicht von Sozialem und Jugend über Abfallwirtschaft und Umwelt bis zum Verbraucherschutz. Gegenwärtig profiliert sich Selbert vor allem mit dem Thema Abfall: Sie steht an der Spitze einer Arbeitsgemeinschaft deutscher Landkreise, die sich für Einführung einer grauen Wertstofftonne einsetzt. (ket)

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