Ehepaar für fledermausfreundliches Haus in Vollmarshausen ausgezeichnet

Vampirchen unterm Dach

Schützendes Haus: Eine Heimat haben die auch als „Kobolde der Nacht“ bezeichneten Fledermäuse unter dem Dach der Familie Eberlein in Vollmarshausen gefunden. Jetzt wurden sie vom Nabu dafür ausgezeichnet. Unser Bild zeigt (von links) Manfred Henkel (Nabu Lohfelden/Kaufungen), Willi Eberlein, Dieter Werner (Nabu) und Dagmar Eberlein. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Der Naturschutzbund Hessen (Nabu) und die Stiftung Hessischer Naturschutz haben das Wohngebäude von Dagmar und Willi Eberlein als Fledermausfreundliches Haus ausgezeichnet. Das schmucke Einfamilienhaus am Buchenberg in Vollmarshausen ist erst das zweite Haus in Nordhessen, an dessen Eingang die von den Naturschutzorganisationen verliehene Plakette angebracht wurde. Es sind Zwergfledermäuse, die mit der Familie Eberlein unter einem Dach wohnen – eine von 19 streng geschützten Fledermausarten in Hessen. Sie nutzen einen kleinen Hohlraum unter dem Dachfirst zwischen Sparren und Außenmauern als zeitweilige Bleibe, ohne dabei die Bausubstanz zu beschädigen.

„Wir können besonders an warmen Sommerabenden beobachten, wie die kleinen faszinierenden Flugtiere unser Haus für die Nahrungssuche verlassen; hören kann man sie nicht“, sagte Dagmar Eberlein der HNA nach der Urkundenübergabe. Es sei schon vorgekommen, dass ein Jungtier sogar im Haus war.

Fledermäuse fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und erwachen, wenn die meisten von uns schlafen gehen. Die geheimnisvollen Säugetiere ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnen. „Manchmal sind es bis zu 5000 Mücken pro Nacht“, sagte Dieter Werner über die nur zwei bis drei Gummibärchen großen Tiere. Der Experte der Nabu-Ortsgruppe Lohfelden/Kaufungen hält seit Jahren Kontakt mit der Familie Eberlein in allen Fragen, die sich durch die kleinen Mitbewohner ergeben.

Fledermäuse werden wegen ihrer stillen und nächtlichen Lebensweise oft übersehen. Dabei sei es kein Problem, etwa bei einer Renovierung des Hauses auch an Fledermäuse zu denken, sagte der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe, Manfred Henkel.

Über das „Fledermaus-Telefon“ (Tel. 0 64 41/6 79 04 - 25) und bei der Nabu-Ortsgruppe (Tel. 05 61/51 45 34) können sich Hauseigentümer informieren, wie man Fledermäusen mit einfachen Maßnahmen einen Unterschlupf bieten und damit einen Beitrag zum Überleben der wendigen Flugkünstler leisten kann.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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