Unbekannte schlugen an vielen Haltestellen zu – 30.000 Euro Schaden

Vandalismus-Serie in Lohfelden: 15 Scheiben gingen zu Bruch

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Ein Scherbenhaufen: Eine Scheibe aus Sicherheitsglas wurde in der Nacht zu Donnerstag an der Bushaltestelle Mildred-Scheel-Straße in Lohfelden von Unbekannten zerstört. Bauamtsmitarbeiter Thomas Ackermann untersucht den Schaden.

Lohfelden. Die Gemeinde Lohfelden wird von einer Welle des Vandalismus überschwemmt: Bei 15 der 80 Bushaltestellen im Gemeindegebiet wurden in den vergangenen sechs Wochen Scheiben zerstört. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 30.000 Euro.

Der jüngste Anschlag fand in der Nacht zu Donnerstag an der Haltestelle Mildred-Scheel-Straße am Tegut-Markt auf dem Lindenberg statt. Dort zerstörten Unbekannte eine 2,30 mal 1,40 Meter große Scheibe aus Sicherheitsglas. Der Schaden: 500 Euro. Die Gemeinde erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Ob die Täter ermittelt werden, ist fraglich. Bei einer Serie im April 2011 waren ein halbes Dutzend Haltestellen in Lohfelden zerstört worden. Laut Gemeinde konnte die Polizei die Täter damals nicht ermitteln.

Vandalismus in Lohfelden

„Die Aufklärungsrate ist gleich null. Wir bekommen das nur mit Hilfe der Bevölkerung in den Griff“, meint Bauamtsmitarbeiter Thomas Ackermann. „Wir bitten die Menschen, aufmerksam zu sein. Wer etwas hört, sollte die Polizei anrufen“, sagt Ackermann. Wenn eine Scheibe berste, gebe es einen gewaltigen Knall, möglicherweise habe jemand etwas gehört.

Schwerpunkt der Zerstörungen sind nach Angaben von Ackermann Haltestellen am Lindenberg, in der Bergshäuser Straße und Hinter den Höfen in Vollmarshausen. Viele der Haltestellen liegen in direkter Nachbarschaft von Wohnhäusern. Dort sei die Chance auf Zeugen groß.

Ackermann geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Jugendliche handelt, die die Scheiben aus dem Auto heraus mit Stahlkugeln oder Projektilen beschießen und dann sofort verschwinden. Man habe bereits versucht, mit einem Metallsuchgerät die Geschosse zu finden – bisher vergeblich. Auch die Streifenpolizisten vom Revier Kassel-Ost, die die Anzeige am Donnerstagmorgen aufnahmen, halten die Sicherung von Spuren für schwierig. Es handele sich um einen öffentlichen Raum, man finde Kaugummis, Zigaretten und vieles andere; ob sie von den Tätern stammen, wisse keiner, sagt einer der Beamten.

Die Polizei müsse mehr durchgreifen, findet Ackermann. So hätten Streifenbeamte in einem früheren Fall Jugendliche in Vollmarshausen auf frischer Tat ertappt, als sie einen Fahrplanhalter abbrachen. Die jungen Täter seien nur ermahnt worden, das könne angesichts der Sachbeschädigung zu Lasten der Allgemeinheit nicht sein, meint Ackermann.

„Das ist schlimm“, sagt eine Rentnerin, die an der Haltestelle wartet. „man müsste Kameras aufstellen“. Ackermann hält dies politisch nicht für durchsetzbar. Außerdem sei der Aufwand von Kameras an 80 Haltestellen zu groß.

Hinweise an die Polizei, Tel. 0561/9100, oder das Ordnungsamt Lohfelden, Tel. 0561/5110223 (Marko Haselböck).

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