Vandalismus auf Wanderweg "Habichtswaldsteig"

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Gut beschildert: Entlang des Weges gibt es zahlreiche Hinweise für die Wanderer.

Schauenburg. „Diesen Pfahl habe ich im Bach gefunden“, sagt Jörg Dreismann und hebt den rausgerissenen Pfosten mit dem charakteristischen Habichtkopf und der Bezeichnung „H 4“ in die Höhe. „Ein anderer lag 50 Meter weiter in einem Graben.“

Der Beauftragte der Gemeinde Schauenburg für den Premiumwanderweg Habichtswaldsteig ist verärgert. Zunehmend verzeichne die Kommune Vandalismusschäden im Bereich des Weges.

Seit September 2011 gibt es den neuen Wanderweg, der vom Edersee bis nach Zierenberg führt. 81 Kilometer ist der Habichtswaldsteig lang. Im Abschnitt der Gemeinde Schauenburg verläuft er durch wechselndes Gelände über Wiesen und an Waldrändern entlang, über die Ruine der Schauenburg Richtung Firnsbachtal, dann weiter über das Herbsthäuschen zum Herkules.

Der Wanderer wird auf dem Hauptweg sowie auf insgesamt acht Extratouren durch eine aufwendige Beschilderung geleitet. Markant sind vor allem die Pfosten, auf denen die Plaketten mit Richtungspfeilen, Wegbezeichnungen oder Habichtkopf zu finden sind. Genau diese Pfähle seien zunehmend Angriffspunkt, sagt Dreismann.

Ein Pfosten an der Straßenquerung zwischen Breitenbach und Elmshagen sei bereits viermal aus dem Boden gerissen worden, berichtet der Rathausmitarbeiter weiter. „Den setzen wir jetzt mit einem Betonfundament ein.“

Rausgerissen: Rathausmitarbeiter Jörg Dreismann zeigt einen Pfosten, den er in einem Bachlauf wiedergefunden hat. In jüngerer Zeit habe der Vandalismus auf dem Habichtswaldsteig zugenommen, sagt er.

Warum Leute sowas machen, könne er sich nicht erklären, sagt Dreismann entnervt. Erahnen kann er zumindest die Hintergründe, warum an anderer Stelle die Plastikplaketten mit Habichtkopf von einem Baum gerissen wurden. „Die nehmen wohl Leute als Souvenir mit.“

Begegnen will die Gemeinde dieser Entwicklung nun mit so genannten Wegepaten. Das seien Leute aus den Orten, „die immer die gleiche Runde gehen“, erläutert Dreismann. Die Wegepaten sollten ein Blick haben auf die Ausstattung am Wegesrand. Sie sollen melden, wenn was nicht stimmt. Schließlich wolle die Gemeinde schnell reagieren, damit der Steig für die Wanderer wieder in Ordnung kommt.

Claudia Thöne, die die elf an dem Steig beteiligten Kommunen von Naumburg aus koordiniert, hat insgesamt nur wenige Vandalismusschäden entlang der Gesamtstrecke registriert. „Manchmal kommt eine Plakette abhanden“, sagt sie. Ab und zu komme es vor, dass ein Pfosten mal durch ein landwirtschaftliches Fahrzeug beschädigt werde.

35.000 Euro stehen laut Thöne pro Jahr für Unterhaltung des Steiges und Marketing zur Verfügung. Davon werden auch Vandalismusschäden behoben.

Obwohl der Wanderweg vor zwei Jahren eröffnet wurde, schwärmt Jörg Dreismann immer noch von dem Projekt. „Es gibt tolle Ausblicke“, sagt er. Und: „Der ständige Wechsel von Wald und Kulturlandschaft - das ist unsere Stärke.“

Von Sven Kühling

Paten gesucht

Die Gemeinde sucht Wegepaten für den Abschnitt des Habichtswaldsteiges bei Schauenburg. Interessant sind Spaziergänger, die sowieso regelmäßig einen Blick auf den Weg haben. Diese können sich melden bei Jörg Dreismann, 05601/9325138. (sok)

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