Vellmar: Eltern protestieren gegen Kita-Streik

Protest der Eltern: Eltern und Kinder versammelten sich am Dienstagnachmittag vor dem Vellmarer Rathaus, um gegen den Kita-Streik zu protestieren. Aufgerufen zu dem Protest hatten die Elternbeiräte der kommunalen Kindergärten der Stadt Vellmar.

Vellmar. Mit Pfeifen, Tröten und großen Plakaten demonstrierten gestern Nachmittag etliche Eltern vor dem Vellmarer Rathaus, um ihrem Unmut über den Kita-Streik Ausdruck zu verleihen. Sie forderten die Verantwortlichen auf, endlich in Verhandlungen zu treten. Die meisten Eltern zeigten Verständnis für die streikenden Erzieherinnen. Weniger Verständnis hatten sie für die Politiker, „die endlich mal ein Angebot machen sollten“, wie Angelique Hebold deutlich machte.

Die Elternbeiräte der kommunalen Kindergärten der Stadt Vellmar hatten zu der Veranstaltung aufgerufen. „Wir wollen hier Präsenz zeigen. Wir stehen hinter den Erzieherinnen. Aber unsere Kinder sind die Leidtragenden“, erklärte Katharina Reinhardt. Von der Stadt Vellmar forderten die Eltern eine Beitragserstattung für die Ausfallzeiten. „Die Kinder waren gerade acht Tage im Kindergarten und trotzdem wird der Mai komplett abgerechnet“, kritisierte Hebold. Und Sandra Meyer fügte hinzu: „Die Stadt gewinnt durch den Streik, weil sie Personalkosten spart“.

Angelique Hebold betreut ihre fünf Jahre alte Tochter derzeit zuhause. Bei anderen Familien springen Großeltern ein. „Aber auch die sind nur begrenzt einsatzbereit“, erklärte Fikreta Knippschild. Zwar biete die Stadt Vellmar zwei Notgruppen für die Kinder an, deren Eltern beide berufstätig sind. Doch das sei für viele Kinder eine schwierige Situation. Sie müssen sich an neue Erzieherinnen, andere Räume und fremde Kinder gewöhnen.

Mit Unverständnis und Verärgerung reagierten die Eltern darauf, dass sich weder Bürgermeister Manfred Ludewig noch ein anderer Vertreter der Verwaltung bei ihnen sehen ließ. Auf Nachfrage der Eltern bekamen sie lediglich die Information, dass weder der Bürgermeister noch die zuständige Sachbearbeiterin im Haus seien. Der Bürgermeister habe keine Information gehabt, wo die Demonstration stattfinden solle. Eine Aussage, die für die Eltern schwer nachvollziehbar war. „Schließlich war die Veranstaltung ja angemeldet“, erklärte Hebold. (pmi)

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