Vellmar: SPD regiert wieder mit absoluter Mehrheit - Grüne im Hoch

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Wahlhelfer: Bereits kurz nach Schließung des Briefwahlbüros II im Vellmarer Rathaus hatten (von links) Winfried Seitz, Eugen Kreitsch, Jörg Buche, Martina Kraus und Diana Enzeroth die rund 750 Wahlbriefe geöffnet, die Wahlzettel für die Volksabstimmung ausgezählt und die Stimmzettel für das Stadtparlament nach Listenwahl sortiert. Gestern wurden dann die kumulierten und panaschierten Stimmen ausgezählt.

Vellmar. Die SPD bleibt der Platzhirsch in Vellmar. An den politischen Machtverhältnissen hat sich nach der Wahl nichts geändert. Die SPD wird mit ihrer absoluten Mehrheit von 55,1 Prozent weiterhin den Kurs der Hessentagsstadt allein bestimmen können.

Daran ändern auch die leichten Verluste von 0,8 Prozent gegenüber dem Ergebnis von 2006 nichts, nachdem gestern noch die kumulierten und panaschierten Stimmen ausgezählt wurden.

Entspannt gab sich denn auch gestern Hans Georg Trust für die Genossen: „Unter dem Strich bin ich ganz zufrieden. Wir haben unseren Stimmenanteil gegen den Trend relativ stabil gehalten.“ Interessant sei das Ergebnis der Grünen. Angesichts der Tatsache dass sie ihre Stimmen mehr als verdoppelt hätten, müsse analysiert werden, inwieweit das auf Wähler zurückzuführen sei, „die dem Hessentag skeptisch gegenüberstehen“. Die Grünen hatten das Nein zum Hessentag zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfes gemacht.

Die Ernte für diese klare Kante habe man eingefahren, freute sich Siegfried Kopperschmidt, der die Grünen „als einzigen Wahlsieger in Vellmar“ sah, nachdem sie von 8,6 (2006) auf nunmehr 17 Prozent geklettert sind. Viele Menschen hätten eingesehen, dass es keinen Sinn mache, das aktuelle Haushaltsloch „von fast drei Millionen Euro mit einem Hessentag um weitere fünf Millionen Euro zu erweitern“.

CDU und FDP als Verlierer

Verlierer der Wahl in Vellmar ist neben der FDP die CDU. Sie rutschte im Vergleich zu 2006 um 3,9 Prozentpunkte ab und liegt jetzt nur noch bei 25,1 Prozent. Für Dr. Burkard Müller war es daher „nur ein schwacher Trost“, dass die CDU-Verluste in Vellmar im Vergleich zum Landesdurchschnitt geringer ausgefallen seien. „Es ist uns nicht gelungen, die jahrzehntelange absolute Mehrheit der SPD zu brechen.“ Die „Fülle der bundesweiten Themen“ habe den Wahlkampf überschattet. Schade fand er es, dass die Wahlbeteiligung mit 49 Prozent so niedrig war.

Die FDP spielt in Vellmar keine Rolle mehr. Sie landete abgeschlagen bei gerade mal 2,8 Prozent (2006: 6,4 %) und folgte damit dem Abwärtstrend im Altkreis. Der avisierte Neuanfang mit jüngeren Kräften ging gründlich daneben. Spitzenkandidat Markus Pape sprach von einer „großen Enttäuschung“. Auch wenn bundespolitische Einflüsse nicht zu übersehen gewesen seien, „ist es uns nicht gelungen, den Fokus der Wähler auf die kommunalpolitischen Themen zu lenken“.

Von Stefan Wewetzer

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