Ein Blitztor, zwei Platzverweise –  Vellmar verliert gegen Wiesbaden

Überall zu finden: Vellmars Enes Glogic (rechts) behauptet im Zweikampf den Ball gegen Wiesbadens Rene Schwall. Foto:  Fischer

Vellmar. Der OSC Vellmar ist mit einer 1:3 (1:0)-Niederlage gegen den SV Wiesbaden in die Saison der Hessenliga gestartet. Der Außenseiter unterlag dem Aufstiegskandidaten – ein normaler Fußball-Nachmittag also? Mitnichten.

Dieses 1:3 hatte es in sich. Die Nordhessen waren über weite Strecken das bessere Team, hatten am Ende aber zwei Spieler weniger auf dem Platz. Vier Aspekte zu diesem denkwürdigen Saisonauftakt:

1.Der unglaubliche Start: Vellmar wird es schwer haben, Wiesbaden spielt um den Aufstieg mit – so lautete die einhellige Meinung. Nach 57 Sekunden auf dem Sportplatz am Schwimmbad waren diese Tipps auf den Kopf gestellt. Die Südhessen waren noch nicht richtig sortiert, da sorgte Vellmars Jonas Springer mit einem überlegten Flachschuss für die überraschende Führung. „Besser kann man nicht starten“, sagte der Torschütze.

2.Die beeindruckende erste Hälfte: Es hatte den Eindruck, als würde dieses frühe 1:0 dem OSC Flügel verleihen. Es habe Spaß gemacht, die Jungs spielen zu sehen, schwärmte Vellmars Trainer Mario Deppe: „Was wir in den ersten 45 Minuten technisch und taktisch gezeigt haben, war richtig gut.“ Zum einen ließ seine Mannschaft fast keine Wiesbadener Chance zu, zum anderen kombinierte sie ansehnlich und hätte zur Pause durchaus höher führen können. Springer sagte: „Bis zum 1:1 war das überragend von uns.“

3.Die bitteren Knackpunkte: „Mit elf Mann hätten wir nicht verloren“, bilanzierte Deppe. Gut möglich. Doch der alles andere als souveräne Schiedsrichter Thorsten Eick machte einen Strich durch die Rechnung. Nach einer Abwehraktion von Sebastian Wagener entschied der Unparteiische nicht nur auf Elfmeter, sondern zeigte dem OSC-Verteidiger zudem die Gelbe Karte. Auf dessen Nachfrage zückte Eick sogar die Rote (50. Minute). Immerhin: OSC-Torwart Tobias Orth parierte den Elfmeter. Alles gut. Wäre da nicht das Foul von Dennis Schanze gewesen, worauf der Vellmarer seine zweite Gelbe und damit ebenfalls einen Platzverweis kassierte (52.). Bitter, denn es war erst sein zweites Vergehen in diesem Spiel.

Dennoch hielt der OSC gut dagegen. „Die Mannschaft hat großartig gekämpft“, lobte Deppe. Erst ein Sonntagsschuss von Wiesbadens Bestem Bartosz Franke zum 1:1 (74.) brach den Widerstand. „Irgendwann war die Puste weg“, sagte Springer. Nach einem Konter erhöhte Rudi Hübner auf 2:1 für den Sportverein (76.), abermals Franke machte per Kopf den Sack zu (88.). Abgesehen von seinem Hals auf den Schiedsrichter überwogen bei Deppe die positiven Erkenntnisse: „Wir können gegen jeden mithalten. Das macht mir Mut.“

4.Der fleißige Rückkehrer: Natürlich hätte er lieber gewonnen. Trotzdem überzeugte Rückkehrer Enes Glogic. Er wirbelte, er ackerte und setzte spielerische Akzente. „Ich hatte richtig Lust. Ich fühle mich in Vellmar pudelwohl“, sagte der Techniker. Deppe hatte ebenfalls eine Erklärung für Glogics gute Leistung parat. Enes spiele wieder da, wo’s im Spaß mache, sagte der OSC-Trainer. Ob er damit den Verein oder die Position meinte, wollte Deppe nicht verraten.

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