„Ein Meilenstein für die Stadt“

15 Hektar große Fläche in Frommershausen kann Wohngebiet werden

+
Zurzeit noch Ackerland und Grünfläche: Vom Hainbachweg aus blickt man auf die Fläche nördlich von Frommershausen, die nun in Bauland umgewandelt wurde. 

Vellmar. Die hessische Landesregierung hat Vellmar als eine Stadt mit wohnlichen Defiziten identifiziert. Auch deshalb war das Votum des Zentralausschusses der Regionalversammlung Nordhessen ein Meilenstein für die Stadt, sagt Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig.

Mit einer Mehrheit von 13 zu zwei Stimmen haben die Mitglieder des Zentralausschusses der Neuausweisung von Wohnbauflächen in Frommershausen zugestimmt.

Baugebiet ist rar

Die 15,6 Hektar große Fläche schließt im Norden an die Immenhäuser Straße und das dort vorhandene Wohngebiet an. Bisher wurde das Gebiet landwirtschaftlich genutzt und war auch so im Regionalplan Nordhessen ausgewiesen. Aber Baugebiet ist rar in Vellmar und der Bedarf groß. „Wir brauchen dringend Baugebiet und deshalb war es auch so wichtig für uns, dass der Zentralausschuss zustimmt“, sagt Ludewig. Hätte es ein Veto gegeben, wäre es zu einer zeitlichen Verzögerung gekommen. Denn um die landwirtschaftlichen Flächen als Bauland zu nutzen, muss zuerst der rechtsgültige Flächennutzungsplan des Zweckverbandes Raum Kassel geändert werden. Um Wohnflächen zu erschließen, müssen Flächen, die im Siedlungsrahmenkonzept des Zweckverbandes für die Landwirtschaft ausgewiesen sind, zuerst in Bauland umgeschrieben werden. Dieser Schritt ist nun getan.

Jetzt kann die Stadt mit der Bauleitplanung und den Erschließungsplänen für das Baugebiet beginnen. „Es muss jetzt festgelegt werden, wo Häuser, Straßen und Kanäle hinkommen“, erklärt Ludewig.

Ein Grund, warum die Stadt gerade das Gebiet in Frommershausen erschließen möchte, ist die gute Anbindung. Denn der Bereich befindet sich unweit der Straßenbahn-Endhaltestelle Vellmar-Nord. Auch aufgrund der „sozialen Infrastrukturen (Schule, Kindergarten, Mehrzweckhalle) und der Nähe zum zentralen Versorgungsbereich stellt sich der geplante Standort als geeigneter Wohnstandort dar“, heißt es in der Vorlage des Zentralausschusses. Außerdem kann die Stadt nun ein großes, zusammenhängendes Gebiet statt vieler kleiner im Stadtgebiet erschließen, die bisher als mögliche Baugebiete vorgesehen waren. Dafür werden nun Flächen im Regionalplan Nordhessen getauscht.

Laut Beschluss des Zentralausschusses verzichtet die Stadt Vellmar auf folgende Wohnsiedlungsflächen im Tausch für das neue Baugebiet Vellmar-Nord:

• Tauschfläche 1: „Mondschirm“, Stadtteil Vellmar-West, circa 4,5 Hektar;

• Tauschfläche 2: „Brugberg“, Stadtteil Niedervellmar, circa 4 Hektar;

• Tauschfläche 3: „Sendeweg“, Stadtteil Frommershausen, circa 4 Hektar.

Der Flächennutzungsplan wird jetzt entsprechend angepasst. Die Tauschflächen sind „als Flächen für die Landwirtschaft auszuweisen“, heißt es in der Begründung des Zentralausschusses.

Im nächsten Jahr soll es losgehen mit der Erschließung des neuen Baugebiets Vellmar-Nord in Frommershausen. Zuerst werden Kanäle und Straßen gebaut, erst danach kann mit dem Bau von Häusern begonnen werden.

Vellmar hat zu wenig Wohnraum

Die Stadt Vellmar gehört zu den Kommunen im Regierungsbezirk, die auf der Grundlage einer Untersuchung des Instituts für Wohnen und Umwelt in Darmstadt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als eine Kommune mit Wohnungsdefizit identifiziert wurde. Diese Kommunen können sich im Rahmen der Baulandoffensive Hessen beraten und mit Fördergeldern unterstützen lassen, um das Wohnungsdefizit abzubauen und neue Wohnbauflächen zu entwickeln. 

Quelle: RP Kassel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.