Seit 50 Jahren in Vellmar zuhause

1967 fand der Schützenverein Hegelsberg-Vellmar eine neue Heimat 

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Einweihungsschießen: 1967 wurden die ersten Luftgewehr-Schüsse in der Schießsportanlage der Gaststätte Niedervellmarer Hof abgegeben. Die Vereinsmitglieder hatten sie in Eigenleistung gebaut. Der damalige Vorsitzende Werner Mirschel (zweiter von rechts) beaufsichtigte das erste Schießen.

Vellmar. Obwohl der Schützenverein Hegelsberg-Vellmar bereits 2005 sein 75-jähriges Bestehen feierte, steht nun ein erneutes Jubiläum im Kalender des erfolgreichen Vereins, der weit über die Grenzen Hessens für seine schießsportlichen Erfolge bekannt ist.

Vor einem halben Jahrhundert musste der Verein die Kasseler Nordstadt verlassen, weil die Mieten dort zu hoch waren und keine geeigneten Räumlichkeiten mehr zu finden waren.

Eine vorübergehende Bleibe fanden die Schützen im August 1967 in der Gaststätte Niedervellmarer Hof. Der Vereinsname SV Hegelsberg wurde 1974 auf SV Hegelsberg-Vellmar 1930 geändert. Doch ein weiterer Standortwechsel wurde erforderlich.

„Damals war es Vellmars Bürgermeister Helmut Wagner, der uns seine Unterstützung zugesichert hatte und die Ansiedlung des Vereins im Vellmar ermöglichte“, erinnert sich der langjährige Vereinsvorsitzende Heinz Rauch.

Als 1976 die Großsporthalle in der Stadtmitte errichtet wurde, drängte der damalige Vereinsvorsitzende Werner Mirschel darauf, im Kellergeschoß eine vorbildliche Schießsportanlage zu bauen. Ein idealer Trainingsort für die Schützen, die hier zu allen Tageszeiten in geschlossenen Räumen, bei jedem Wetter und ohne Lärmschutzauflagen trainieren konnten.

Moderne Schießanlage: Heute schießen die Mitglieder des Schützenvereins auf hohem Niveau mit Hightech-Waffen auf modernen Schießbahnen und elektronischer Trefferbildauswertung. Hier trainieren die Sportschützen für ihre Wettkämpfe mit Luftgewehr, Kleinkaliber und Pistole.

Rund 500.000 DM sowie unzählige Arbeitsstunden wurden vom Verein in das neue Domizil investiert. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, wie die Vereinsvitrine beweist. Bereits 1974 errang Manfred Deichmann einen hervorragenden zweiten Platz bei den Weltmeisterschaften in Thun/Schweiz mit der Luftpistole und machte so den Namen der Stadt Vellmar bekannt. 1982 stellte Peter Heinz den Deutschen Rekord mit der Freien Waffe ein und wurde in Caracas/Venezuela Weltmeister. „Seinen absoluten Höhepunkt erreichte der Verein 1984, als mit Gerhard Beyer, Jürgen Hartmann und Peter Heinz gleich drei Ausnahmetalente des SV Hegelsberg-Vellmar in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurden und an den Olympischen Spielen in Los Angeles teilnahmen“, berichtet Peter Guder, der die Geschichte des Vereins dokumentiert.

Heute verfügt die umgebaute Schießanlage über eine Kleinkaliber-Halle mit zehn Schießbahnen, die auf eine Entfernung von zehn oder 50 Metern umschaltbar ist und mit einer elektronischen Trefferbildauswertung für Sportgewehr und Freie Pistole ausgestattet wurde.

Weiterhin befindet sich im Schießzentrum eine Anlage mit zehn Ständen für Sport-bzw. Olympische Schnellfeuerpistole sowie Großkaliber Pistole über die 25 Meter Distanz. Noch schießen die Mitglieder des SV Hegelsberg-Vellmar auf Scheiben, doch eine Umrüstung auf eine elektronische Trefferauswertung steht bevor.

Rund 150 Mitglieder hat der Verein derzeit, darunter zwölf Jugendliche. „Gefeiert wird das Jubiläum nicht, dennoch erinnern wir uns gern daran, wie offen wir vor 50 Jahren in der jungen Stadt aufgenommen wurden“, freut sich Heinz Rauch.

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