Jetzt drohen fünf Jahre Haft

61-Jähriger aus Vellmar soll mit Crack gehandelt haben

Vellmar. Wegen des Verdachts des Handels mit Drogen sowie „unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge” droht einem 61-jährigen Vellmarer eine Strafe von fünf Jahren.

Das zeichnete sich am ersten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Kassel ab. Nun wird es eine weitere, die dritte Anklage geben, die die Staatsanwaltschaft unverzüglich vorlegen will.

Der in Detroit geborene US-Staatsbürger sitzt seit November 2014 in Untersuchungshaft. Von Anfang Dezember 2013 bis Ende Februar 2014 soll der Mann - so wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor - in 36 Fällen jeweils 0,2 bis 0,5 Gramm Crack an einen gesondert verfolgten Abnehmer veräußert haben, um sich daraus eine dauerhafte Erwerbsquelle zur teilweisen Finanzierung des Lebensunterhaltes zu verschaffen.

Ferner soll er von Ende Januar bis Mitte März vorigen Jahres durch drei Geschäfte insgesamt rund 140 Gramm Kokain erworben haben, um dieses aufgekocht als Crack gewinnbringend weiterverkaufen zu können. All diese Straftatenn sollen in Kassel und Vellmar begangen worden sein. Bereits im Juli 2013 war der Mann wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt worden war. Wie sich jetzt vor dem Amtsgericht herausstellte, hat der 61-Jährige trotz der Bewährungsauflagen „weitergemacht”, wie es der Vorsitzende Richter Klaus Döll formulierte. Und deshalb wird nunmehr die dritte Anklage erhoben, wie die Staatsanwaltschaft ankündigte.

Bei den Ermittlungen habe sich ergeben, sagten Staatsanwalt und Richter, dass der Mann weitere Straftaten begangen habe, die bei dem Urteilsspruch vom Sommer 2013 noch nicht bekannt gewesen seien. Richter, Staatsanwalt und Verteidiger zogen sich zurück, um gemeinsam „über ein Sonderangebot” zu beraten, wie Döll formulierte. Der Richter sagte nach der Besprechung zum Angeklagten: „Wir haben für Sie eifrig gearbeitet.”  

Die Verhandlung könne im Fall einer geständigen Einlassung des Angeklagten am 3. Juni enden. Bei einem Geständnis werde die Staatsanwaltschaft ein Gesamt-Strafmaß von fünf Jahren beantragen.

Das Gericht kündigte an, bei einem Geständnis werde die Strafe fünf Jahre nicht überschreiten. Zu Beginn der Verhandlung war von einer möglichen Strafe von vier Jahren die Rede. „Für mich ist das lebenslang”, sagte der Angeklagte.

Der 61-Jährige machte keine Angaben zur bisherigen Anklage und wird nun mit seinem Anwalt über das weitere Vorgehen beraten. Zwei geladene Zeugen wurden nicht gehört. Fortsetzung: Mittwoch, 13. Mai und 3. Juni, jeweils ab 14 Uhr, Amtsgericht Kassel.

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