Ab Mai 2017 im Container: Vellmarer Rathaus wird erst nächstes Jahr saniert

Blick ins Archiv: Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit konnte die Verwaltung der damals noch jungen Stadt Vellmar am 29. Mai 1978 ihre Arbeit im frisch fertiggestellten Rathaus aufnehmen. Archivfoto: Breiter

Vellmar. Jetzt ist es raus: Das Rathaus in Vellmar wird erst im kommenden Jahr saniert.

Nach Angaben von Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) werden die Arbeiten voraussichtlich im Mai 2017 beginnen und zwei Jahre andauern. „Es soll auf jeden Fall noch vor den Sommerferien losgehen“, sagt der Hausherr des rund 40 Jahre alten Rathauses.

Während der Arbeiten werden die 50 Mitarbeiter der Verwaltung in Container umquartiert, die auf dem Festplatz aufgestellt werden sollen. Die Stadt schätzt die Sanierungskosten auf rund 11,6 Millionen Euro. Davon sind etwa 1,3 Millionen Euro für die Container-Miete kalkuliert. „Da die Ausschreibung für die Container noch bis Ende des Jahres läuft, können wir erst dann mit genauen Zahlen rechnen“, sagt Ludewig.

Planung hat sich verzögert

Die Planung sah ursprünglich vor, dass die Arbeiten bereits im zweiten Halbjahr dieses Jahres beginnen sollten. Dass sich der Sanierungsbeginn verzögert, liege vor allem an der „Detailplanung“ mit dem Planungsbüro Karampour und Meyer aus Ahnatal, heißt es aus dem Rathaus.

Fast 40 Jahre alt: Da das Rathaus beim Brandschutz, bei der Sicherheitstechnik und aus energetischer Sicht nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist, wird es ab Mai 2017 saniert. Archivfoto: Wewetzer

Grund für die Sanierung ist eine lange Mängelliste: Unter anderem fehlt im Rathaus ein zweiter Rettungsweg, Rohrleitungen sowie andere Bauteile sind asbestbelastet, veraltet und entsprechen nicht mehr dem Stand der heutigen Technik. Zudem entspricht die Wasserhygiene nicht mehr der Trinkwasserverordnung – es besteht die Gefahr von Legionellenbildung. Legionellen sind Auslöser schwerwiegender Erkrankungen. Darüber hinaus klagen die Mitarbeiter seit Jahren über schlecht isolierte Fenster. „Das Rathaus ist nahezu ungedämmt“, sagt Bürgermeister Ludewig. Ein Großteil der Mängel könne schlichtweg nicht mehr ohne grundlegende Sanierung behoben werden.

Zweiter Rettungsweg

Der Bauplan sieht vor, dass die zentrale Erschließung des Gebäudes künftig über das vorhandene Treppenhaus erfolgt. Die Foyertreppe wird abgerissen. Nach der Sanierung, die im Sommer 2019 abgeschlossen sein soll, ziehen die Mitarbeiter vom Bürgerservice wieder in einzelne Büros ein, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Mithilfe einer leichten Stahlkonstruktion soll ein zweiter Rettungsweg von außen an das Gebäude angebaut werden. Ohnehin soll das Rathaus luftiger und offener gestaltet werden, die Wartezonen sollen heller wirken.

Auch die Fassadengestaltung zum Rathausplatz soll eine „Offenheit nach innen“ symbolisieren. Außerdem ist geplant, dass der Foyerbereich im ersten Obergeschoss nach den Bauarbeiten für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die neue Technikzentrale mit Be- und Entlüftungssystem wird auf dem Dach installiert.

Bürgerentscheid und hitzige Diskussionen

Beschlossen worden war die Rathaussanierung erst nach langem Hin und Her. Vor fünf Jahren gab es beispielsweise schon Pläne in Vellmar, die Sanierung mithilfe eines privaten Investors zu finanzieren. Ein Bürgerentscheid hatte diesen Plan jedoch gekippt. Auch politisch ging es immer wieder hoch her. Die SPD sprach sich für die Sanierung aus. Die CDU und Grüne stimmten dagegen. Im Parlament kam es zu hitzigen Diskussionen. Im Dezember 2015 war es dann soweit: Dank der Mehrheitsverhältnisse im Stadtparlament gelang es den Sozialdemokraten, den erforderlichen Beschluss durchzuboxen. Finanziert wird die für eine Dauer von zwei Jahren angesetzte Sanierung mit Geld aus verschiedenen Töpfen, unter anderem über Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Zuschüsse von Bund und Land.

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